BT macht sich fit für Übernahme von Deutsche-Telekom-Tochter EE

30. Jänner 2015, 11:41
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Binnen drei Jahren sollen umgerechnet 2,7 Mrd. Euro in die Pensionskasse fließen

Vor der Übernahme der Deutsche-Telekom-Tochter EE ordnet der britische BT-Konzern seine Finanzen und rüstet sein Glasfasernetz auf. Der Telekommunikationsriese kündigte am Freitag an, binnen drei Jahren umgerechnet 2,7 Mrd. Euro in die Pensionskasse zu stecken, deren Finanzloch mittlerweile auf mehr als 9 Mrd. Euro angewachsen ist.

Innerhalb von zehn Jahren will das Unternehmen zudem sein Breitbandnetz in fast ganz Großbritannien auf Geschwindigkeiten von bis zu 500 Megabyte/s beschleunigen und dazu die neue Technologie G.fast nutzen. Derzeit decke BT mit seinem schnellen Internet rund drei Viertel des Landes ab, erklärte BT-Chef Gavin Patterson.

Pläne

Mit den beiden Schritten stellt BT die letzten Weichen für zwei wichtige Pläne: Im Februar geht der Konzern gegen Erzrivale Sky ins Rennen um die Fußballübertragungsrechte. Zudem wagt BT den Weg zurück in den britischen Mobilfunkmarkt und will für den heimischen Branchenprimus EE 15,7 Mrd. Euro auf den Tisch legen. Mit dem Kauf würde BT in Großbritannien wieder unangefochtener Marktführer im Mobilfunk und bei schnellen Internet-Anschlüssen. Die Deutsche Telekom wiederum und der französische Anbieter Orange gehen dann fünf Jahre nach der Fusion ihrer beiden britischen Ableger zu EE wieder getrennte Wege.

Mit der EE-Übernahme könnte BT die Konsolidierung des britischen Telekommarktes vorantreiben, auf dem sich vier Netzbetreiber und vier große Breitbandanbieter tummeln. Reine Mobilfunkfirmen dürften es dort künftig schwerer haben, denn der Trend geht zu Paketangeboten von Festnetz- und Mobilfunkdiensten. Bis Mitte November hatte BT gleichzeitig auch mit dem zweitgrößten Betreiber O2 UK geflirtet. Die spanische Mutter Telefonica wird O2 aber nun voraussichtlich für bis zu 13,5 Mrd. Euro an den chinesischen Mobilfunkanbieter Hutchison Whampoa verkaufen. Auch Vodafone - am britischen Mobilfunkmarkt die Nummer drei - muss nach Ansicht von Analysten bald handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren. (APA, 30.1. 2015)

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