Österreicher drehen jeden Euro zweimal um

30. Jänner 2015, 11:04
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Österreicher verspüren laut einer IMAS-Umfrage weniger Sparzwang als Franzosen, Italiener und Spanier

Linz/Österreich-weit - Die Krise hat im Verhalten der Österreicher Spuren hinterlassen: 69 Prozent achten bewusster auf jeden Euro, den sie ausgeben. Nur zwölf Prozent tun das nicht. Das ist das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer IMAS-Umfrage. Im Ländervergleich hat sich gezeigt, dass deutsche Haushalte offenbar deutlich weniger Sparzwang verspüren, italienische, französische und spanische hingegen wesentlich mehr.

49 Prozent der österreichischen Befragten gaben an, heute härter als früher zu arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Gegenzug haben drei Viertel gelernt, die kleinen Dinge im Leben höher zu schätzen, 54 Prozent widmen ihrer Familie mehr Zeit, 58 Prozent passen sich heute flexibler einer neuen Situationen an. Mehr Solidarität und Geld, um anderen zu helfen, erübrigen allerdings nur 27 Prozent.

Große Unterschiede

Die Meinungsforscher legten den Testpersonen verschiedene Aussagen zur Bewertung vor und ermittelten die Differenz zwischen zustimmenden und ablehnenden Antworten. Vergleicht man die österreichischen Ergebnisse mit jenen aus Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, so zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: Bei dem Satz "Ich achte bewusst auf jeden Euro, den ich ausgebe" lag der Saldo in Deutschland bei 46, in Italien hingegen bei 80 Prozent. Auch die meisten Franzosen (Saldo: 73 Prozent) drehen den Euro mehrmals um, bevor sie ihn ausgeben. In Österreich beträgt die Differenz 57 Prozent.

Bei der Frage, ob man heute positiver in die Zukunft blicke als noch vor zwei oder drei Jahren, überwiegen in Deutschland mit einem Saldo von 29 Prozent klar, in Großbritannien immerhin mit 13 Prozent die Optimisten. In Frankreich, Italien und Spanien (minus 27, minus 30 Prozent bzw. minus 7 Prozent) sind es hingegen die Pessimisten. In Österreich halten sich die Anteile annähernd die Waage (plus 2 Prozent). Die Deutschen gaben auch als einzige der sechs Nationen mehrheitlich an, heute nicht härter zu arbeiten, um sich ihre Brötchen zu verdienen, während dieser Standpunkt in allen anderen Ländern mehrheitlich vertreten wurde.

IMAS befragte im Dezember 1.003 statistisch für die Bevölkerung über 16 Jahre ausgewählte Personen in persönlichen Interviews. In den anderen Staaten lagen die Stichproben bei 503 bis 1.007 Probanden. (APA, 30.1.2015)

  • Die Krise hat die Österreicher nach eigenen Angaben sparsamer gemacht.
    foto: apa/kalnina

    Die Krise hat die Österreicher nach eigenen Angaben sparsamer gemacht.

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