Sportlicher Plombentest: Mini Cooper S

30. Jänner 2015, 16:04
73 Postings

Der Mini Cooper S 5-Türer ist vier Meter Schonungslosigkeit - zumindest im Sportmodus

Es ist ein kurzer Abschnitt der A23, auf der Höhe, wo man in Richtung Altmannsdorfer Ast abbiegt, wo sich die Spreu vom Weizen trennt. Zumindest in Sportwagen mit knochenhartem Fahrwerk. Oder im Mini Cooper S 5-Türer. Denn dort sind ganz kleine Schläge in der Fahrbahn. Wer einen Franzosen fährt, wird jetzt leider nicht wissen, wovon die Rede ist. Egal.

Im Mini Cooper S jedenfalls, kann man im Kofferraum vermutlich wirklich die Spreu vom Weizen trennen, in der ersten Reihe den sicheren Sitz der eigenen Plomben überprüfen und im Fond die Bruchsicherheit unterschiedlicher Materialien überprüfen.

Klar kann man in der zweiten Reihe des Mini 5-Türer sitzen, nur will man das nicht wirklich, wenn man älter als 14 und halbwegs normal gewachsen ist. Im höheren Alter eignen sich die hinteren Türen hervorragend zum einfachen Be- und Entladen mit Sporttaschen, Kleidungsstücken oder dem Wocheneinkauf.

Vier Meter Mini

Keine Frage, mit der Idee, einen Fünftürer zu bauen, tritt BMW das reiche britische Erbe von Mini mit Füßen. Als Cooper S sprengt der 5-Türer sogar die Vier-Meter-Grenze. Auf der anderen Seite hat BMW gerade dem Cooper S noch mehr von dem gegeben, was den Urmini ausgemacht hat: jede Menge Fahrspaß.

Das knochentrockene Fahrwerk und die superexakte Lenkung sind eine Klasse für sich. Da können sich andere Kompakte, die sich mit einem blumigen Sportemblem, einem protzigen R oder gar einem RS zieren, eine ordentliche Scheibe abschneiden.

Beim Runterschalten hebt der Mini von allein die Drehzahl an, sodass man den nächstniedrigeren Gang einfach brutal reinschalten kann. Vor allem im Sportmodus, den man über einen Drehschalter am Ganghebel aktiviert, passt das wirklich gut zum Auto. Dann klingt der Mini auch gleich noch rassiger, röhrt dezent, aber doch hörbar, und böllert beim Runterschalten lässig aus dem Auspuff. Am Beifahrersitz nervt das angeblich manchmal.

Des Fahrens nie müde

In der hinteren Reihe sicher auch. Denn dort hört man das Böllern noch lauter. Schaltet man aber in den Eco-Modus, ist das prollige Protzen weg - und gleichzeitig sinkt der Verbrauch. Macht halt weniger Spaß. Schon allein deshalb sind wir während des Tests fast permanent im Sportmodus unterwegs. Beifahrerpech.

Wer vermutet, dass der knackige Antritt, der erdige Klang und das harte Fahrwerk auf Langstrecken nerven, der irrt. Ganz im Gegenteil. Im Cooper S wird man des Fahrens nie müde, weil der Wagen eben so viel Feedback gibt. Es ist wie ein Gespräch mit einem guten Freund. Ehrlich, lustig und schonungslos. Nur auf dem einem Stück der A23, da kommt man sich ein wenig gepflanzt vor. (Guido Gluschitsch, DER STANDARD, 30.1.2015)

Link

Mini

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Die Teilnahme an internationalen Fahrzeug- und Technikpräsentationen erfolgt großteils auf Basis von Einladungen seitens der Automobilimporteure oder Hersteller. Diese stellen auch die hier zur Besprechung kommenden Testfahrzeuge zur Verfügung.

  • Über vier Meter Länge streckt sich der Mini als Fünftürer.
    foto: guido gluschitsch

    Über vier Meter Länge streckt sich der Mini als Fünftürer.

  • Knackiges Fahrwerk, direkte Lenkung, bissige Bremsen. Der Mini Cooper S ist eines der kurzweiligsten aller praktischen  Autos.
    foto: guido gluschitsch

    Knackiges Fahrwerk, direkte Lenkung, bissige Bremsen. Der Mini Cooper S ist eines der kurzweiligsten aller praktischen Autos.

  • Artikelbild
Share if you care.