Steve Easterbrook wird McDonald's-Chef

Kopf des Tages29. Jänner 2015, 18:17
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Der Brite soll wieder Appetit auf Big Macs machen

Schon in jungen Jahren war er McDonald's-Fan, sagt Steve Easterbrook. Dass der studierte Naturwissenschafter daraus die richtigen Schlüsse zieht, davon sind Investoren und der abgelöste Konzernchef Don Thompson fest überzeugt. Schon die Ankündigung der Bestellung Easterbrooks zum neuen Konzernchef ließ die Aktie um über drei Prozent steigen. Dabei hat der gebürtige Londoner beileibe keinen leichten Job.

McDonald's hat ein hartes Jahr hinter sich. Burger und Fritten sind kein Selbstläufer mehr. In den USA greifen die Kunden statt zum Big Mac immer öfter zu Burritos und Tacos; in China schlug Konzern und Konsumenten ein grauslicher Gammelfleisch-Skandal bei einem Zulieferer auf den Magen; in Japan verdarb eine ähnlich ungustiöse Panne das Geschäft. Ein frittierter Zahn im Mac-Menü sorgte für Imageprobleme, die weit über Tokio hinausstrahlten. Wie der Zahn ins Essen kam, darüber wurde nicht nur in Japan zuweilen hämisch spekuliert. Geschlossene Filialen in Russland, schwächelnde Geschäfte in Resteuropa: Unter dem Strich schaut die Bilanz des Vorjahres trist aus.

Easterbrook soll es nun richten. Er ist der erste Brite, der die Geschicke des US-Konzerns leiten wird. Dass der bekennende Watford-Football-Club-Fan den Vorschusslorbeeren Taten folgen lässt und das nötige Werkzeug mitbringt, hat er bewiesen.

Bei PricewaterhouseCoopers lernte er quasi als Buchhalter mit Zahlen bis ins letzte Detail umzugehen, ehe er bei McDonald's anheuerte. Seit 1993 ist er fast durchgehend bei der McFamily am Werk. Kurze Abstecher machte er in seiner zweijährigen Absenz zum Konkurrenten Pizza Express und zur Nudelkette Wagamama. Der 47-Jährige kennt das Business von innen und außen und hat Erfahrung mit trendigen Fastfood-Marken. Das Fastfood-Business in eine digitale Zukunft und mit neuen Technologien wie Smartphone-Apps und Touchscreen-Kiosken auf die Höhe der Zeit zu bringen ist jetzt noch die leichtere Aufgabe. Was da gefragt ist, werden ihm wohl nicht zuletzt seine drei Töchter erzählen.

Noch wichtiger wird sein, das Kundenvertrauen zurückzugewinnen. Auch dafür scheint der laut Weggefährten "gute Kerl" gerüstet zu sein, sagt man ihm doch leidenschaftliches Interesse für Kunden und für die Crew nach. Dass er einen McJob nicht als Endstation sieht, hat er in einer entsprechenden Petition für die Änderung des Begriffs ebenfalls kundgetan. (Regina Bruckner, DER STANDARD, 30.1.2015)

  • Steve Easterbrook (47) hat wohl keinen leichten Job.
    foto: mcdonalds

    Steve Easterbrook (47) hat wohl keinen leichten Job.

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