Gloriette kämpft ums letzte Hemd

29. Jänner 2015, 18:04
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Die Insolvenz der Rena Lange Holding GmbH in Deutschland trifft auch die in Stergersbach sitzende Gloriette Bekleidungswerk GmbH

Stegersbach/Wien - Die Insolvenz der Rena Lange Holding GmbH in Deutschland wurde für die im südburgenländischen Stergersbach sitzende Gloriette Bekleidungswerk GmbH zur bitteren Pille. Weil damit eine hohe offene Forderung von Rena - sie ist eine 100-Prozent-Tochter von Gloriette - als wertlos zu betrachten ist, kam das Bekleidungswerk mit den eigenen Zahlungen ins Trudeln. Gespräche für ein Sanierungsverfahren konnten kurzfristig nicht erfolgreich abgeschlossen werden. Daher wurde am Landesgericht Eisenstadt nun ein Antrag auf die Eröffnung eines Konkursverfahrens gestellt, wie die Creditreform mitteilt.

Den Aktiva von rund acht Mio. Euro (Buchwerte) stehen demnach Passiva von rund zehn Mio. Euro und rund 3,3 Mio. Euro Eventualverbindlichkeiten gegenüber. Von dem Konkurs sind rund 300 Gläubiger und 89 Arbeitnehmer betroffen. Die Rechtsanwältin und Schuldnervertreterin Ulla Reisch teilt mit, dass der Konkursantrag jedoch nicht die Tochtergesellschaften Q1 Manufaktur GmbH sowie Gloritex Kft. betreffe und keinen Einfluss auf deren Geschäftsbetrieb habe. Das operative Geschäft der Gloriette Bekleidungswerk GmbH, insbesondere die laufenden Auslieferungen sowie der Verkauf und die Präsentation der neuen Kollektion, seien vorerst nicht betroffen und werden wie geplant in vollem Umfang fortgeführt. Laut Reisch werden bereits "intensive und erfolgsversprechende Gespräche" mit möglichen Investoren zu einer zeitnahen Übernahme der Gloriette Bekleidungswerke GmbH geführt. In sechs bis acht Wochen soll es eine reibungslose Übergabe an einen Investor geben.

Die Produktion des 1863 von den Brüdern Hönigsberg in Wien gegründeten Unternehmens wurde 1963 nach Stegersbach verlegt. Gloriette produziert dort und in Ungarn Hemden und Blusen und vermarktet zugekaufte Ware. Betrieben werden 13 Filialen in Wien, Baden, Wr. Neustadt, Linz, Wels, Salzburg, Graz, Klagenfurt und Spittal an der Drau. (APA, DER STANDARD, 30.1.2015)

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