Notbetten ausgelastet, Dauerquartiere gesucht

30. Jänner 2015, 05:48
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Wiens Notschlafplätze viel genutzt - Suche nach Wohnungen in Bregenz und Salzburg

Bregenz/Linz/Salzburg/Sankt Pölten/Wien - Etwa 300 Notschlafplätze stehen das ganze Jahr über in Wien zur Verfügung, im Winter sind es mehr. Derzeit liegt die Zahl laut Fonds Soziales Wien bei rund 500. Es werde kontinuierlich aufgestockt, versichert man seitens der Stadt - was offenbar auch notwendig ist. Aufseiten der Caritas Wien rechnet man damit, in den nächsten Tagen weitere Plätze für Obdachlose schaffen zu müssen. Die derzeit vorhandenen 381 Notschlafbetten der Hilfsorganisation seien bereits "gut ausgelastet".

In St. Pölten betreut die Emmausgesellschaft 22 Notschlafplätze. Diese seien übers Jahr zu 90 Prozent besetzt, sagt Bereichsleiter Walter Steindl. Es bestehe also durchaus noch Spielraum - und zwar deshalb, da man all jene, die nicht entsprechend sozialhilfeberechtigt sind, abweisen müsse. "Es sind also ausreichend Betten in St. Pölten vorhanden, weil wir Leute wegschicken müssen", erläutert Steindl. Zusätzlich wünsche man sich in Niederösterreich kleine Anlaufstellen für Menschen, die in den Regionen außerhalb der Landeshauptstadt ihre Wohnung verlieren. "Viele wollen ihren Heimatort dann trotzdem nicht verlassen und schlafen in Autowracks oder Höhlen", schildert Steindl.

Salzburg sucht Platz für Armutsmigranten

Brennpunkt in Salzburg sind aktuell die Notschlafstellen für Bettler. Rund 140 Armutsmigranten befinden sich derzeit in der Stadt. Die Caritas bietet 30 Obdachlosen - schwerpunktmäßig Bettlern - Unterkunft. Das Gebäude für diese "Arche Nord" im Stadtteil Lehen steht aber nur bis Ende März zur Verfügung. Am Samstag wird daher die "Arche Süd" im Stadtteil Herrnau wieder eröffnet, hier kommen 20 obdachlose Frauen unter. Die Caritas erhielt von Stadt und Land Salzburg den Auftrag, ein Dauerquartier für Armutsmigranten mit bis zu 50 Plätzen zu etablieren. Aktuell läuft dafür die Gebäudesuche.

Dauerhafter Wohnraum in Bregenz gesucht

In Bregenz bereitet derzeit vor allem die Wohnungssuche für die Zeit nach der temporären Unterbringung Probleme, wie Christian Beiser von der Caritas sagt: "Menschenwürdige Anschlusslösungen zu finden ist in Vorarlberg schwierig, es herrscht Mangel an leistbarem Wohnraum." Die Caritas ist für das Vorarlberger Oberland zuständig und hat in Feldkirch acht Betten für Notfälle. Das Dowas in Bregenz bietet elf Notschlafbetten. Dowas wie Caritas verzeichneten im Vorjahr steigenden Bedarf. Derzeit sei das Angebot aber ausreichend.

Wieder zweite Tageseinrichtung in Linz

In Linz beschränkte die Caritas vergangenen Winter den Zugang zu ihrer Wärmestube, als statt 60 Wohnungslosen dort täglich bis zu 200 Wohnungslose Hilfe suchten. Nach einem Krisengipfel wurde vorübergehend am Froschberg eine weitere Tageseinrichtung für rund 100 Personen eröffnet. Diese existiert heuer wieder - bis 17. April.

Aus dem Büro der Soziallandesrätin Gertraud Jahn heißt es, bei den Übernachtungsmöglichkeiten bestehe derzeit kein Engpass. So gebe es 98 Plätze, verteilt auf fünf Notschlafstellen (in Linz, Steyr, Wels, Braunau und Vöcklabruck). Sollten die Plätze nicht reichen, könnten noch Betten aufgestellt werden. (jub, ker, krud, neu, spri, DER STANDARD, 30.1.2015)

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