Impressionisten: International gefragte Jahrgänge

29. Jänner 2015, 17:09
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Zu den Bestsellern unter den Impressionisten gehören Claude Monet und Paul Cézanne

Gemessen an den global erzielten Auktionsumsätzen gehört die Sparte zeitgenössischer Kunst mittlerweile zur wirtschaftlich erfolgreichsten. Das war nicht immer so, bis zur Jahrtausendwende dominierte das Geschäft mit Werken der Moderne und des Impressionismus (siehe Grafik). Die Zuordnung dieser Segmente erfolgt auf dem Kunstmarkt übrigens nicht nach stilistischen Kriterien, sondern über die Geburtsjahre der Künstler: Werke von 1821 bis 1874 Geborener werden in der Kategorie "Impressionist" versteigert, Jahrgänge von 1875 bis 1910 unter "Modern", alle danach gelten als "Zeitgenossen".

Der Marktanteil der international als "Post War & Contemporary Art" geläufigen Sektion lag zuletzt bei mehr als 40 Prozent. Der im März 2014 veröffentlichte Bericht der European Fine Art Foundation (Tefaf) bezifferte den weltweiten Auktionsumsatz für 2012 mit stattlichen 4,47 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Noch 2002 war dieser bei nur 92 Millionen Euro gelegen, weit abgeschlagen hinter den Impressionisten (364 Mio.) und der Moderne (1,34 Mrd.).

Innerhalb einer Dekade stiegen die Einspielergebnisse zwar in allen Bereichen, bei den Impressionisten (2012: 1,25 Mrd.) und der Moderne (3,19 Mrd.) allerdings weniger drastisch. Wie wichtig das Segment für die Auktionsbranche dennoch geblieben ist, belegen die aktuell bei den Marktführern abrufbaren Umsätze und Zuwächse: Bei Sotheby's stiegen diese 2014 für Impressionist & Modern Art um 26,7 Prozent (ggb. 2013) auf 1,4 Milliarden Doller (Contemporary Art: 1,6 Mrd., +20,3 Prozent), bei Kontrahent Christie's im gleichen Zeitraum um 19 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar (Post War & Contemporary Art: 2,8 Mrd., +39 Prozent).

Zu den Bestsellern dieser bahnbrechenden Epoche gehören Claude Monet, Edouard Manet, Pierre-Auguste-Renoir und Paul Cézanne, für die lange vor Andy Warhol oder Francis Bacon Rekordwerte jenseits der 60-Millionen-Dollar-Marke verbucht wurden. Den Titel "teuerster Impressionist" teilen sich Monet (Auktionen) und Cézanne (Private Sale): 2008 fischte sich ein anonymer Sammler - gerüchteweise Roman Abramowitsch - bei Christie's ein Seerosenstück (Le bassin aux nymphéas, 1919) von Monet für 80,55 Millionen Dollar vom Markt.

2011 wechselte hinter den Kulissen einer öffentlichen Versteigerung wiederum eine der fünf von Cézanne existierenden Gemäldeversionen der Kartenspieler für kolportierte 250 Millionen Dollar den Besitzer. Laut Insidern handelt es sich bei der neuen Eigentümerin um Sheikha Al-Mayassa, die Tochter des Emirs von Katar.

Vergleichsweise "günstig" mutet dagegen die kommende Woche in London (ab 3. 2.) offerierte Entourage an: Bei Sotheby's wartet eine auf umgerechnet bis zu 46 Millionen Dollar taxierte Ansicht des Canal Grande von Claude Monet, während Cézannes Vue sur L'Estaque bei Christie's um die 18 Millionen Dollar bringen soll. (Olga Kronsteiner, DER STANDARD, 30.1.2015)

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