Hohe Kosten könnten Facebooks Gewinne schon bald stutzen

29. Jänner 2015, 15:06
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Investitionen könnten zulasten des Gewinns gehen - Aktie im Minus

Stark steigende Kosten könnten für Facebook zu einem Problem werden. Die Investitionen dürften sich dieses Jahr auf 2,7 bis 3,2 Milliarden Dollar summieren, teilte das weltgrößte Internet-Netzwerk am Mittwochabend mit. 2014 waren es nur 1,83 Milliarden Dollar.

WhatsApp, dInstagram und Oculus Rift

Der US-Konzern ist dabei, seinen Messaging-Dienst WhatsApp, den Fotoservice Instagram und den Datenbrillen-Hersteller Oculus Rift deutlich auszubauen. Dafür will Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Milliarden in die Hand nehmen. An der Börse wird aber befürchtet, dass dies schon bald zulasten des Gewinns gehen könnte. Auch bei Amazon sind Investoren seit längerem skeptisch, ob der Online-Händler nicht zu schnell zu viel Geld in neue Geschäftsfelder steckt. Hier gab es zuletzt allerdings auch rote Zahlen.

Davon ist Facebook weit entfernt. Der Überschuss stieg im vierten Quartal überraschend kräftig um 34 Prozent auf 701 Millionen Dollar. Dennoch gab die Aktie nach Vorlage der Bilanz knapp drei Prozent nach. Seit Ende Oktober, als die neuen Investitionen angekündigt wurden, beträgt das Minus sogar knapp acht Prozent. Die Erwartungen seien riesig, und hohe Sonderkosten würden die Anleger etwas verunsichern, sagte Analyst Colin Sebastian vom Finanzdienstleister Robert W. Baird. Die Ausgaben würden schneller steigen als gedacht, ergänzte Ben Schachter von der Investmentbank Macquarie.

Werbeanzeigen auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets

Die Kosten legen mittlerweile stärker zu als der Umsatz. So erhöhten sich die operativen Aufwendungen im abgelaufenen Quartal um 87 Prozent. Durch Einstellungen und Übernahmen hatte Facebook Ende 2014 rund 9.200 Mitarbeiter, 45 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte im abgelaufenen Quartal um 49 Prozent auf 3,85 Milliarden Dollar, das ist allerdings das schwächste Plus seit Anfang 2013.

Haupttreiber für das Wachstum bleibt die starke Nachfrage nach Werbeanzeigen auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets. Hier konkurriert Facebook im weitesten Sinne mit dem Kurznachrichtendienst Twitter. Allerdings ist Facebook mit mittlerweile knapp 1,4 Milliarden Nutzern deutlich größer. Twitter legt seine Quartalszahlen am 5. Februar vor. Das Unternehmen hat rund 300 Millionen aktive User.

Facebook konnte den Umsatz im Gesamtjahr 2014 von 7,87 auf 12,47 Mrd. Dollar (11 Mrd. Euro) steigern, der Nettogewinn legte von 1,5 auf 2,9 Mrd. Euro zu. Die Zahl der monatlichen Nutzer erhöhte sich um 13 Prozent auf 1,39 Milliarden.

Analysten rechnen damit, dass Erlöse aus Video-Werbung Facebook den nächsten Geschäftsschub geben könnten. Sie sind seit vergangenem Jahr von Kunden buchbar. Finanzchef Dave Wehner sagte, es gebe großes Interesse von Vermarktern. (APA, 29.1. 2015)

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