Seeimmobilien: Land Kärnten schließt sich Korruptionsermittlungen an

29. Jänner 2015, 14:34
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Land prüft Schadenersatzansprüche nach möglicherweise zu teurem Kauf von Bawag- und ÖGB-Immobilien

Klagenfurt/Wien - Die Kärntner Seeimmobiliengesellschaft hat sich einem Ermittlungsverfahren der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als Privatbeteiligte angeschlossen. Das sagte Geschäftsführer Reinhard Zechner. Es geht um einen Immobiliendeal im Jahr 2007. Das Land kaufte damals Seeimmobilien von Bawag und ÖGB. Der Preis war möglicherweise zu hoch.

43 Millionen Euro hatte Kärnten damals gezahlt. Der Bundesrechnungshof stellte 2013 fest, dass die Immobilien am Hafnersee, Maltschacher See und am Ossiacher See zu teuer gekauft worden waren. Die Prüfer sprachen von zehn bis zwölf Millionen Euro Überzahlung. Außerdem kritisierten sie die Maklerprovision, die mit 3,5 Prozent über dem gesetzlichen Maximum von drei Prozent lag. Aufgrund des Rechnungshofberichts leitet die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Untreue ein.

Preis zu hoch

Laut einem im Auftrag der Seeimmobiliengesellschaft tätigen Sachverständigen war der Preis sogar um 22 Millionen Euro zu hoch. Das Gutachten war vor etwa einem Jahr zur Vorbereitung auf mögliche Zivilklagen gegen Gutachter und Verantwortliche des Immobiliendeals erstellt worden. Laut Zechner richten sich die WKStA-Ermittlungen nun auch gegen zwei Sachverständige. "Wir haben uns als Privatbeteiligte angeschlossen." Der Geschäftsführer geht davon aus, dass es darüber hinaus aber noch Ansprüche an andere Personen gibt. "Das wird sich aber erst konkretisieren." Mit dem Privatbeteiligtenanschluss hat die Seeimmobiliengesellschaft nun jedenfalls Akteneinsicht bei der WKStA. (APA, 29.1.2015)

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