Neue Ermittlungen in Affäre um schwarze Kreditkarten in Spanien

29. Jänner 2015, 12:59
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Richter lädt Beschuldigte zu Vernehmungen vor

Madrid - In der Affäre um schwarze Kreditkarten bei der spanischen Großbank Bankia hat die Justiz des Landes Ermittlungen gegen 78 frühere Verantwortliche eingeleitet. Richter Fernando Andreu warf 27 von ihnen am Mittwoch Missbrauch des Firmenvermögens und Verstöße gegen das Unternehmensrecht vor und lud sie zu Vernehmungen im Februar vor.

Im Oktober war bereits der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Rodrigo Rato, in der Affäre zu einem Beschuldigten erklärt worden. Er war von 2010 bis 2012 Chef der Bankia.

Die Staatsanwaltschaft wirft Rato und dutzenden weiteren Persönlichkeiten Spaniens vor, zwischen 1999 und 2012 über schwarze Kreditkarten der Caja Madrid und der aus ihr und mehreren Sparkassen hervorgegangenen Großbank Bankia etwa 15,5 Mio. Euro für private Zwecke ausgegeben zu haben. Medienberichten zufolge leisteten sich die Besitzer der Karten unter anderem Safaris, teure Kleidung sowie Gemälde und hoben hohe Geldbeträge ab.

Das Bekanntwerden des Skandals erschütterte im vergangenen Jahr Spanien, weil die Bankia 2012 kurz vor dem Kollaps stand und mit staatlicher Hilfe gerettet werden musste. Zahlreiche Verantwortliche aus Politik, Wirtschaft und auch von Gewerkschaften sollen Nutznießer der schwarzen Kreditkarten gewesen sein. (APA, 29.1.2015)

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