Marathon-Anreise in den milden Westen

29. Jänner 2015, 11:25
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ÖSV-Team bei frühlingshaften Bedingungen in Denver gelandet - Erster Auftrag vor WM: Jetlag verdauen

Vail (Colorado)/Beaver Creek - Der Großteil des österreichischen Alpinski-WM-Teams ist wohlbehalten in den USA gelandet. Pünktlich um 15.30 Uhr Mountain Standard Time trudelte am Mittwoch der Jumbo mit der Flugnummer LH446 an den mächtigen Rocky Mountains vorbei in Denver ein. An Winter erinnerte dort freilich nicht viel. Denn in Denver, der großen Drehscheibe dieser WM, hatte es zur Ankunftszeit 15 Grad.

"So ist das eben, wenn man mitten im Sommer nach Mallorca fliegt", scherzte Nicole Hosp angesichts der vielen Amerikaner in kurzen Hosen und des gewaltigen "Staus" vor den Schaltern der Zoll- und Einwanderungsbehörde. Das Gute an der Situation war, dass nach dem zehnstündigen Überseeflug die Weiterfahrt mit dem Auto in die Berge problemlos verlief.

Strapaziöse Anreise

Denn die ist nicht ohne und kann bei winterlichen Bedingungen auch leicht doppelt so lange dauern als die veranschlagten zwei Stunden nach Vail. Die Reise in den "Wilden Westen" lohnt sich aber allemal, geht es doch vorbei an Buffalo Bills Grabmal am "Lookout Mountain" sowie mächtigen Viereinhalbtausendern wie dem im Sommer mit dem Auto befahrbaren Mt. Evans. Über die Interstate 70 gelangt man zunächst zu zwei mächtigen Pässen.

Der Eisenhower-Tunnel war mit 3.400 m lange die höchstgelegene Tunneldurchfahrt der Welt. Dank ihm müssen nur noch die Trucks über den eigentlichen Loveland-Pass, Pkw dürfen durch die Autobahn-Röhre hinunter nach Silverthorne, von wo aus es sofort wieder steil bergauf und an Frisco und Copper Mountain vorbei zum Vail-Pass geht.

3.250 Meter ist die letzte Anhöhe hoch, ehe es hinunter nach Vail geht. Jenem Millionärs-Ort, der jetzt schon zum dritten Mal Schauplatz einer Ski-WM ist. Einige Meilen weiter folgt Eagle-Vail. Das Wohnressort von Mikaela Shiffrin gehört zu Avon. Jenem Ort an der Autobahn, von dem aus es hinauf ins 2.600 m hohe Beaver Creek geht. Hier darf nur noch hin, wer entweder dort wohnt oder arbeitet.

Zwei ÖSV-Quartiere

In Beaver Creek befinden sich mit Ausnahme des Team-Bewerbs, der in Vail steigt, auch alle WM-Pisten, und hier logiert erstmals auch das ÖSV-Team. Vom mächtigen "The Charter" aus wird in den kommenden Tagen täglich zum Training ins 20 Minuten entfernte Vail gependelt. Oder nach Copper Mountain, das in gut 40 Minuten erreichbar ist.

Der ÖSV hat während der Colorado-WM aber auch eine zweite "Homebase". Auch im fast zwei Stunden entfernten Aspen nutzt man das Hotel, in dem die Damen während des Weltcups wohnen, als Ausgangspunkt. Hier trainieren vor allem die reinen Techniker. Geübt wird in Aspen-Highlands und Buttermilk, dem Schauplatz der berühmten X-Games.

Akklimatisierung

Zumindest am Donnerstag gingen es die ÖSV-Asse noch etwas ruhiger an, weil der Großteil des Ski-Materials noch unterwegs war. Hosp etwa hatte sich wegen der enormen Höhenlage "Spazierengehen" und damit einen sanften WM-Start verordnet. Die Tirolerin muss als Vielfach-Starterin mit den Kräften haushalten. Viel Trinken ist in der trockenen Bergluft ein Muss.

Die für viele WM-Teilnehmer größte Herausforderung ist freilich die achtstündige Zeitverschiebung. Marcel Hirscher etwa erlaubt sich traditionell nach der Ankunft nicht die kleinste Schlafpause unter Tags, um sofort in den Rhythmus zu kommen. Romed Baumann wieder hat sein eigenes Umstellungs-Rezept gefunden. Seit Sonntag ging der Tiroler zu Hause jeden Tag eine Stunde später schlafen und stand auch später auf. Damit hatte er schon bei der Ankunft vier der acht Stunden kompensiert. (APA, 29.1.2015)

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  • Nächster Halt: Vail Village!
    epa/ralph lauer

    Nächster Halt: Vail Village!

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