Strolz: Burgenland für Neos "harter Boden"

29. Jänner 2015, 09:55
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Für den Neos-Chef ist die erste von vier Landtagswahlen in diesem Jahr wichtig

Eisenstadt - Nach Vorarlberg im vergangenen Jahr wollen die Neos am 31. Mai auch bei der Wahl im Burgenland den Sprung in den Landtag schaffen. "Das Burgenland ist sicherlich für eine neue Bewegung ein harter Boden. Das ist uns bewusst", sagte Neos-Chef Matthias Strolz vor Journalisten. Der Einzug ins Landesparlament sei für ihn jedoch realistisch.

Die Grünen hätten im Burgenland vier Anläufe gebraucht, um in den Landtag zu kommen: "Das heißt, ein Selbstläufer ist es nicht." Die Burgenland-Wahl - als erste von vier Landtagswahlen heuer - sei wichtig. Strolz ortet "in breiten Teilen der Bevölkerung" so etwas wie "eine Sehnsucht nach einem frischen Wind" und sieht den Hauptgegner im amtierenden Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ): "Das System Niessl ist schon ein sehr rigides, würde ich meinen."

"Kontrollpartei nötig"

Das sei wohl auch ein Grund dafür, dass es so viele Bürgerinitiativen gebe. "Es ist ein bisschen sehr herrschaftlich, wie es der Herr Niessl anlegt. Und hier sind wir für viele, wie ich glaube, ein willkommener Kontrapunkt." Was es im Burgenland sicherlich brauche, sei eine starke Kontrollpartei.

Im Wahlkampf werde Transparenz ein großes Thema sein, zum Beispiel bei den Landesfinanzen. Auch auf Bürgerbeteiligung werde großer Wert gelegt. Ein weiteres Thema, die Parteifinanzen, würden die Neos auf Bundesebene vorleben, meinte Strolz: "Jedes Wurstsemmerl ist bei uns nachverfolgbar." Für den Wahlkampf sind rund 120.000 Euro budgetiert. 70.000 wurden von der Bundespartei zugesagt, der Rest soll durch Spenden aufgebracht werden.

Regierungsmonitor

Auch im Burgenland würden die Neos gerne einen "Regierungsmonitor" verankern. "Wir würden das Regierungsprogramm hernehmen und laufend Anfragen stellen: Was ist mit diesen Plänen geschehen, wie weit seid ihr, was kostet es, warum kommt es hier zu Verzögerungen?"

Beim Bildungsthema sei für ihn vorstellbar, im Burgenland "eine Pionierregion für autonomere Schulen" zu machen. Schulautonomie im ländlichen Raum heiße aber sicher nicht: "alle Schulen unter 300 Schülern schließen".

"Viel mehr passieren" müsste bei der Investitionsförderung. Ziel sei "ein unternehmerisches Burgenland", damit junge Leute auch hier ihre Chancen sähen. Seiner Ansicht nach sei im Land eine "Aufbruchstimmung" notwendig: "Und genau das wird Neos sein. Das ist der Plan." (APA, 29.1.2015)

  • "Das System Niessl ist schon ein sehr rigides, würde ich meinen", sagt Neos-Chef Matthias Strolz.
    foto: apa/fohringer

    "Das System Niessl ist schon ein sehr rigides, würde ich meinen", sagt Neos-Chef Matthias Strolz.

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