Auch Burgenländer und Niederösterreicher mit Sex-Videos erpresst

28. Jänner 2015, 18:57
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Opfer wurden über soziale Netzwerke kontaktiert - mehrere Tausend Euro Schaden

Nun hat auch die Polizei in Niederösterreich und Burgenland vor Erpressung mit Sexvideos über das Internet gewarnt. In Niederösterreich ist ein 25-Jähriger aus dem Bezirk Bruck a.d. Leitha Opfer einer solchen Taten geworden. Im Burgenland wurden seit dem Spätsommer drei Fälle angezeigt. Erst am Dienstag wurden zwei derartige Fälle aus Oberösterreich bekannt.

Über soziales Netzwerk überredet worden

Der Modus Operandi gleicht sich: Der Niederösterreicher war Polizeiangaben zufolge über ein soziales Netzwerk von einem unbekannten Täter - angeblich einer Frau - in einem Live-Videochat gedrängt worden, sich nackt vor der Kamera zu zeigen. Schließlich sollte er auch geschlechtliche Handlungen an sich vornehmen. Danach sei der 25-Jährige, dessen Gesicht auf dem mitgeschnittenen Video zu sehen war, erpresst worden, Zahlungen zu leisten. Ansonsten würde das Video veröffentlicht werden.

Mehrere Tausend Euro gefordert

Das Opfer habe daher mehrmals Bargeld überwiesen, berichtete die Polizei am Mittwoch. Der entstandene Schaden wurde mit rund 6.000 Euro beziffert.

Ähnlich wie in Ober- und Niederösterreich wurden auch im Burgenland junge Männer von einer Frau vor der Webcam zu sexuellen Handlungen verleitet, die in einer Geldforderung gipfelten. Die Unbekannte verlangte von ihren Opfern einen vierstelligen Betrag. Um ihre Drohung zu untermauern, schickte sie einen Link zu einer Seite, wo das Video zu sehen war.

Kontakte sofort abbrechen

Diese Form der Kriminalität, sogenanntes Sextoring, trete derzeit vermehrt auf. Die Polizei empfahl, derartige Kontakte sofort abzubrechen, nicht auf die Erpressung einzugehen und Anzeige zu erstatten. Es handle sich vermutlich um eine internationale Tätergruppe, hieß es. Beweismittel wie Kontaktinformation, Screenshots von Chats etc. sollte man sammeln.

Wie hoch die Dunkelziffer derartiger Fälle sei, lasse sich laut Polizei nicht abschätzen. Die Exekutive warnt davor, in Internetforen Intimes von sich preiszugeben. (red/APA, 28.1.2015)

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