Kommissarin Lund in "Twin Peaks": Serienpremiere "Fortitude"

Ansichtssache29. Jänner 2015, 05:30
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Wien – Wellness im Gletschereis: Was für eine fantastische Idee! Eiseskälte ist immer da, warum sie nicht nützen? So einfach stellt es sich die Bürgermeisterin vor, das beschauliche Städtchen in die Höhen des Kapitalismus zu treiben. Den neoliberalistischen Ambitionen stehen die Ansprüche der hehren Wissenschaft entgegen.

foto: ap / amanda searle

Beide Systeme prallen fortan aufeinander, mehr noch sie werden ausgehebelt, denn das ewige Eis hält böse Überraschungen bereit: "Eisbären fressen euch, wenn ihr noch am Leben seid", erklärt ein Rettungsmann auf Hubschrauberopatrouille zwei abenteuerlustige Extremtouristen aufgreift. Das könnte man noch unter Launen der Natur einreihen. Dass ein Polarforscher grausig ermordet wird, eher nicht. Vor allem: Da ist etwas im Eis, und es ist nichts Menschliches.

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foto: ap / amanda searle

Ein Städtchen im hohen Norden, wo die Temperaturen frostig und die Eisbären hungrig sind, steht im Zentrum konträrer Interessen: Tourismuswirtschaft und Forscherdrang ringen in der britischen Sky-Serie "Fortitude" miteinander.

Nach dem Mord an dem Polarforscher bricht die eingeschweißte Gemeinde auseinander, bald verdächtig jeder jeden: ein eisiges Zeitalter der Paranoia bricht an.

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",Twin Peaks' trifft ,Kommissarin Lund'", nennt das der "Guardian". Ähnlichkeiten sind tatsächlich vorhanden: ein grausiger Mord, mysteriöse Vorfälle, skurrile Einwohner, ein umsichtiger Ermittler von außen (Stanley Tucci im Bild rechts), ein kluger Provinzcop (Richard Dormer, Bild oben), Kommissarin-Lund-Darstellerin Sofie Gråbøl (Bild links).

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foto: ap / amanda searle

Dafür wurden weder Kosten noch Mühen gescheut: 25 Millionen Pfund (33,5 Millionen Euro) kostete das Serienepos. Weil am Set in Island der nötige Schnee ausblieb, karrte man ihn von den Bergen herunter.

Simon Donald schrieb das Drehbuch, Sam Miller führte Regie. Zwölf Folgen ab Donnerstag auf Sky Go und Sky Anytime abrufbar, im TV auf Sky Atlantic ab 3. März. (Doris Priesching, derStandard.at, 28.1.2015)

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