144.000 Euro für den österreichischen Experimentalfilm

28. Jänner 2015, 14:40
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"Artist in Residence": Kanzleramt und ORF fördern Initiative der Akademie der bildenden Künste

Wien – Dem Kulturminister beim Fernsehen zuschauen, wie in Amina Handkes Beitrag "Quotenpublikum", in den endlosen Gängen des ORF-Zentrums nach dem ominösen Raum 8038A suchen, mit "Un-Commercials" werben: Das Medium ist oft die Botschaft in den Filmen von "Artist in Residence". Die Kunstinitiative geht in die dritte Runde, und das mit frischem Geld aus dem Kanzleramt.

Ab Donnerstag können sich Experimentalfilmer um jene 144.000 Euro bewerben, die das Bundeskanzleramt und der ORF zu gleichen Teilen für das Gesamtprojekt lockermachen. Die zwölf Filme sind ab 2016 auf ORF 3 zu sehen. Bis 31. März können österreichische und internationale Künstler an der Ausschreibung des Förderprogramms "Pixel, Bytes & Film" teilnehmen und Konzepte einreichen. Wer den Zuschlag bekommt, darf sich über je 12.000 Euro freuen. Im Kontext bleibt die Summe freilich überschaubar. Der ORF investierte im vergangenen Jahr 90 Millionen Euro in den österreichischen Film.

Webisodes

Gefördert werden Webisodes und serielle Erzählweisen von fiktionalen Stoffen, neue Fernsehformate, serielle und nichtlineare dokumentarische Formate, Crowdsourcing-Projekte und User-generated Movies sowie cross-/transmediale Werke. Die Akademie der bildenden Künste stellt zudem einen Expertenpool beratend bei. Dafür kann man sich ebenso bewerben, die Auserwählten helfen dann den Filmern als Coaches.

Die Akademie setze damit ein Zeichen zum "Wissenstransfer", sagte die stellvertretende Rektorin Andrea Braidt bei der Präsentation am Mittwoch. Gemeint seien "Prozesse, wo Wissen wirtschaftliche Verwertung findet." Kandidaten können sich als Experten anmelden und ihre Erfahrungen den Artist in Residence zur Verfügung stellen: "Wissensformen sollen zusammenfinden", so Braidt. Derzeit läuft die zweite Staffel von "Artist in Residence" auf ORF 3. Am 2. Februar hat Susanna Schudas Film (Arbeitstitel: "Das ist die Wahrheit des Krieges, er muss sich im menschlichen Körper integrieren") Premiere. Danach folgt jeweils ein Film pro Monat bis Dezember.

Und was hat Kulturminister Josef Ostermayer in Amina Handkes Filmexperiment gesehen? Ein Interview mit sich selbst in der Literatursendung "Erlesen" über das Burgtheater. (prie, DER STANDARD, 29.1.2015)

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tvthek.orf.at

  • Minister Josef Ostermayer und ORF-Generaldirektor Alexander  Wrabetz.
    foto: orf/thomas ramstorfer

    Minister Josef Ostermayer und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

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