Skiurlaub in der Schweiz

29. Jänner 2015, 16:46
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Viel Urlaub für viel Geld?

foto: istockphoto

Pro
Von Eric Frey

Der Höhenflug des Franken hat angeblich eine Flucht von Skifahrern aus der Schweiz nach Österreich ausgelöst. Unverständlich: Schließlich sind doch Skifahrer geborene Masochisten. Kälte, Wind und schmerzhafte Skischuhe sind schön, aber erst unverschämt hohe Preise runden das Erlebnis ab. Wenn man noch die lange Anreise, die Schweizer Küche und die oft veralteten Liftanlagen mitbedenkt, dann ist ein Skiurlaub in der Schweiz einfach unvergleichlich.

Aber die Schweiz hat dafür Berge, echte Berge, nicht diese lauen Hügel, die etwa das Panorama vom Kitzbühler Hahnenkamm verzieren. Die Blicke von Wengen auf die Jungfrau, zuletzt beim Lauberhornrennen im Fernsehen bewundert, oder von Zermatt auf das Matterhorn sind einen Tagespasspreis von 60 Euro aufwärts und den Privatkonkurs schon wert. Und wenn der Klimawandel eines Tages alle unsere Schneekanonen matt setzt, werden wir zu den Schweizern in ihren höher gelegenen Skigebieten pilgern und darum betteln, dass wir bei ihnen unsere letzten Cents lassen dürfen.

Kontra
Von Stefan Gmünder

Wenn sie in der Schweizer Literatur in die Berge fahren, wartet dort die Verblödung, eine Lawine oder der Tod. Nachlesen kann man das bei Max Frisch oder Ludwig Hohl. Nicht nur bei jenen, die geneigt sind, den Worten von Literaten und Kindern Glauben zu schenken, sollten daher die Alarmglocken schrillen, zumal die Realität noch schrecklicher ist. Man nehme nur die deutsche Kanzlerin, ansonsten von gusseiserner Konstitution, die vom Schweizer Skiurlaub mit gebrochenem Becken und verrenktem Geist ins sichere Deutschland repatriiert werden musste.

Noch schlimmer erwischte es Nietzsche, der nach zu viel Schweizer Bergesluft mit Pferden sprach. Zudem werden helvetische Skigebiete - Reichtum ist dort keine Schande - von "Rüpeltouristen" gestürmt, die man mit Tipps wie "Hinterlasse keine Fußabdrücke auf der Klobrille" in Zaum zu halten sucht. Dazu kommen all die maulfaulen Schweizer, von denen jeder einen Gletscher im Herzen trägt. Wer auf mürrische Behandlung steht, ist - auch ohne Skier - mit dem Wiener Kaffeehaus besser bedient. Ohne Wechselkursverlust. (Rondo, DER STANDARD, 30.1.2015)

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