ÖSV-WM-Team ohne Kröll und Fischbacher

28. Jänner 2015, 16:40
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ÖSV reist ohne die zwei Routiniers nach Vail - Dafür Michael Matt und Marco Schwarz im Aufgebot

Schladming/Innsbruck - Peter Schröcksnadel hält sich an die alte Weisheit, dass schlechte Generalproben als gute Omen zu deuten sind. "Wenn wir bei den Rennen vor der WM nichts gewonnen haben, dann wurde es meistens eine gute WM", sagte also der Präsident des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV), der am Mittwoch, nach der schallenden Ohrfeige im Nightrace zu Schladming, sein Aufgebot für die am 2. Februar beginnenden Weltmeisterschaften in Vail/Beaver Creek bekanntgab.

15 Herren und zehn Damen sollen in den USA den Standard zumindest halten. In diesem Jahrtausend gewann Österreich jeweils zwischen elf (2001 St. Anton, 2005 Bormio / Santa Caterina) und fünf Medaillen (Val d'Isére 2009), zwischen zwei und vier aus Gold. Viel besser schnitt man nur 1999 (13/5), als Vail ebenfalls gastgab, und 1962 in Chamonix (15/6) ab.

Ab- und vorhersehbar

Das Mindestmaß zu besorgen sind natürlich Marcel Hirscher und Anna Fenninger auserkoren, die prominentesten Daheimbleiber sind Klaus Kröll und Andrea Fischbacher. "Das Aufgebot war eigentlich relativ vorhersehbar", sagte Damencoach Jürgen Kriechbaum auch zur Nichtnominierung der Super-G-Olympiasiegerin von 2010. Für Bernadette Schild fand sich im Kader zwar ein Platz, die Salzburgerin wird aber lediglich im Fall der Verletzung einer Kollegin in die USA reisen. Ein Back-up, das auch nötig scheint, weil Fenninger, Nicole Hosp, Elisabeth Görgl, Kathrin Zettel und Michaela Kirchgasser Vielfahrerinnen sind. "Klarerweise wartet auf sie ein straffes Programm, aber der so vorhandene Rennrhythmus kann ein entscheidender Vorteil sein", sagte Kriechbaum.

"Wir haben eine Mannschaft mit ein paar Topstars und einigen, die gut sind für Medaillen", sagte Sportdirektor Hans Pum. Kröll, der Vierte der WM-Abfahrt 2013, passt in keine dieser Laden mehr. Und schließlich drängen sich vor Ort Romed Baumann, Max Franz, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Hannes Reichelt, Georg Streitberger und Otmar Striedinger um die jeweils vier Startplätze in Super-G und Abfahrt, wobei es natürlich Gesetzte gibt. "Wir haben wirklich genügend Speedleute bei der WM", sagte Coach Andreas Puelacher.

Zwei Nachwuchsfahrer, ein Ticket

Von den etwas überraschend nominierten Slalomjünglingen Michael Matt (21) und Marco Schwarz (19) wird nur einer zum letzten WM-Rennen am 15. Februar reisen. Puelacher möchte vor der endgültigen Entscheidung die Trainings sowie die anstehenden Europacuprennen abwarten. Matt hat nicht seines Namens, sondern der Laufbestzeit im zweiten Durchgang von Wengen wegen einen kleinen Vorteil.

Marcel Hirscher wird nach derzeitigem Stand neben Riesentorlauf und Slalom auch die Alpine Kombination und den Teambewerb bestreiten. Schladming verließ der Weltcupführende nach Rang 14 nachdenklicher als seine Konkurrenten. Felix Neureuther sieht keinen Grund dafür, wegen des dichten Terminplanes komme derzeit jeder auf dem "Zahnfleisch daher". Hirscher sei auch in Beaver Creek der zu schlagende Mann im Slalom. Asse wie Schladmingsieger Alexander Choroschilow, der jetzt einmal bei seiner Familie ausspannt, haben den Vorteil, sich auf den Slalom konzentrieren zu können. Und auch den Nachteil, das zu müssen, weil sie nur diese Chance haben. (APA, lü, DER STANDARD, 29.1.2015)

ÖSV-WM-Kader:

Damen (10): Eva-Maria Brem, Anna Fenninger, Elisabeth Görgl, Nicole Hosp, Cornelia Hütter, Michaela Kirchgasser, Bernadette Schild, Nicole Schmidhofer, Carmen Thalmann, Kathrin Zettel

Herren (15): Romed Baumann, Max Franz, Reinfried Herbst, Marcel Hirscher, Vincent Kriechmayr, Mario Matt, Michael Matt, Matthias Mayer, Christoph Nösig, Benjamin Raich, Hannes Reichelt, Philipp Schörghofer, Marco Schwarz, Georg Streitberger, Otmar Striedinger

  • Die WM in den USA steigt ohne den Bullen von Öblarn.

    Die WM in den USA steigt ohne den Bullen von Öblarn.

  • Der Terminkalender für die Weltmeisterschaft.
    grafik: apa

    Der Terminkalender für die Weltmeisterschaft.

  • Die ÖSV-Bilanz bei den Titelkämpfen seit 1931.
    grafik: apa

    Die ÖSV-Bilanz bei den Titelkämpfen seit 1931.

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