Gefangenenaustausch mit IS: Jordanien und Japan stimmen zu

28. Jänner 2015, 13:22
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In Jordanien inhaftierte Islamistin soll freikommen – Jihadisten drohen erneut mit Tötung japanischer Geisel, Japan bemüht sich um Freilassung

Tokio – Japan und Jordanien haben laut Medienberichten einem Gefangenenaustausch mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zugestimmt. Die in Jordanien inhaftierte Islamistin Sajida al-Rishawi werde freigelassen, meldete die jordanische Zeitung "Al-Ghad" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Im Gegenzug solle die IS-Miliz eine japanische Geisel freigeben. Der jordanische Regierungssprecher Mohammad al-Momani erklärte jedoch laut dem staatlichen Fernsehen am Mittwoch, dass "Jordanien bereit ist, die Gefangene Sajida al-Rishawi freizulassen, wenn der jordanische Pilot Leutnant Muath al-Kasaesbeh freigelassen und sein Leben geschont wird". Er machte keine Angaben zur IS-Geisel aus Japan, Kenji Goto.

Die Jihadisten hatten zuvor gedroht, die beiden Gefangenen zu töten. Japans Außenminister Fumio Kishida sagte am Mittwoch, ein Video vom Dienstag zeige offenbar den japanischen Journalisten Goto. Dieser erklärt in den Aufnahmen, die Geiselnehmer würden ihn innerhalb von 24 Stunden töten, sollte nicht eine in Jordanien festgehaltene Extremistin freikommen. Japans Regierung versuche zusammen mit Jordanien alles, um die Geiseln freizubekommen, sagte Kishida, ohne Details zu nennen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe nannte das Video abscheulich.

Eine Stimme sagte in dem Video, Goto werde getötet, sollte Jordanien nicht eine inhaftierte irakische Extremistin freilassen. An die japanische Bevölkerung hieß es: "Sagt der japanischen Regierung, sie soll ihren gesamten politischen Druck auf Jordanien ausüben." Der jordanische Pilot Kasaesbeh habe weniger lang zu leben als Goto, hieß es in dem Video.

Eine japanische Geisel vermutlich getötet

Die IS-Kämpfer hatten zwei Japaner verschleppt und einen von ihnen offenbar bereits getötet. Ein erstes Video zeigte Goto noch zusammen mit Haruna Yukawa. Eine schwarz gekleidete Person drohte darin, die beiden würden innerhalb von 72 Stunden getötet, sollte Japan nicht 200 Millionen Dollar Lösegeld bezahlen. Am Samstag wurde eine weitere Aufnahme bekannt, die vermutlich Goto mit einem Bild des enthaupteten Yukawa zeigt.

Das jüngste Video zeigt Goto mit einem Bild des jordanischen Piloten. Goto sagt in der Aufnahme, jede Verzögerung der Freilassung der inhaftierten Frau durch Jordanien führe zum Tod – erst zu dem des Piloten, dann zu seinem eigenen. (APA, 28.1.2015)

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