Vivaldi: Ex-Opera-Chef stellt neuen Browser vor

27. Jänner 2015, 12:27
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Tech-Preview veröffentlicht – modernes Interface und Chrome-Engine Blink

Lange Zeit galt Opera neben dem Internet Explorer und Firefox als kleiner "Dritter im Bunde" in der Browserwelt, wobei das Surftool, das anno 1996 veröffentlicht wurde, deutlich älter ist, als die Entwicklung von Mozilla. Doch die Zeiten haben sich gewandelt.

Microsofts Browser ist weiter der Platzhirsch, hat im Laufe der Jahre aber deutlich an Einfluss eingebüßt. Als Nummer 2 durchgesetzt hat sich mittlerweile Googles Chrome, dahinter liegen Firefox und Apples Safari. Geht man nach den Zahlen von Netmarketshare, so nutzen am Desktop schon seit geraumer Zeit nur noch weniger als ein Prozent aller User Opera, der 2011 immerhin noch auf über zwei Prozent gekommen war.

Die Ursache dafür sieht der einstige Firmengründer Jon von Tetzchner in der Richtung, die man eingeschlagen habe. Mit Vivaldi hat er nun einen neuen Browser vorgestellt, der vor allem enttäuschte Opera-Nutzer ansprechen soll.

Modernes Interface

Wie Opera selbst setzt das Vivaldi-Team dabei auf die von Google von WebKit geforkte Engine Blink, die auch hinter dem Chrome-Browser steht. Deutlich verändert präsentiert sich jedoch das Interface, das etwas an die Screenshots von Microsofts kommenden Spartan-Browser erinnert. Die grundsätzliche Navigation funktioniert wie bei der Konkurrenz selbsterklärend. Die Hintergrundfarbe des aktiven Tabs ändert sich je nach aufgerufener Seite. Als Standard-Suchmaschine für das Adressfeld ist Google festgelegt.

Auf der linken Seite ist eine Navigationsleiste untergebracht. Über diese erfolgt der Schnellzugang zu Favoriten und Downloads. Dazu lassen sich hier auch mit Webseiten verknüpfte Notizen in einer Liste anlegen. Weiters ist vorbereitend ein rudimentärer Kontaktmanager integriert und bereits eine Schaltfläche für den künftigen Aufruf von Vivaldi Mail vorgesehen, das derzeit aber nur als Webmailvariante existiert.

Einstellungen

In den Einstellungen lassen sich die Navigationselemente umplatzieren sowie ein- und ausblenden. Dazu können einzelne Cookies gelöscht, Suchmaschinen verwaltet und diverse andere Standard-Einstellungen vorgenommen werden. Wer will kann auch Tastatur-Shortcuts selber definieren.-

Der Browser kann auch angewiesen werden, Cookies komplett zu verweigern oder nur für die laufende Sitzung zu akzeptieren und dann zu löschen. Cookies von Drittanbietern lassen sich blockieren. Einen dedizierten "Inkognito"-Modus á la Chrome, der sich mit einem Klick in einem separaten Fenster öffnen lässt, bietet Vivaldi zumindest aktuell noch nicht. Derzeit befindet sich der Browser übrigens in Version 1.0.83.38 und ist als Entwickler-Build ausgewiesen.

Auf Poweruser-.Kurs

Von Tetzchner möchte jenen Kurs beibehalten, von dem Opera sich mittlerweile abgewendet hat, berichtet Heise. Während Opera zunehmend um Features erleichtert und verschlankt wird, soll Vivaldi Powerusern große Funktionsvielfalt an die Hand geben.

Die Vorschauversion steht derzeit für Windows, OS X und Linux zum Download bereit. Eine mobile Ausgabe ist aber bereits in Planung. Im Browsermark-Test erreicht Vivaldi derzeit etwa 6.400 Punkte und liegt damit etwas unter der aktuellen Chrome-Version 40. Im HTML5-Konformitätstest erreicht er 511 von 555 möglichen Punkten. (gpi, derStandard.at, 27.01.2015)

  • Vivaldi steht nun als Tech-Preview zum Download bereit.
    screenshot: derstandard.at

    Vivaldi steht nun als Tech-Preview zum Download bereit.

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