Havanna - Kubas jahrzehntelanger Anführer Fidel Castro hat der Annäherung des Landes an die USA seinen Segen gegeben. Erstmals seit Verkündung des Tauwetters zwischen Kuba und den USA Mitte Dezember meldete sich Castro dazu in einer am Montagabend veröffentlichten Erklärung zu Wort.

Er traue den USA weiterhin nicht, aber er lehne eine friedliche Annäherung mit den USA dennoch nicht ab, schrieb der frühere Machthaber, dessen Wort in Kuba weiterhin großes Gewicht besitzt. "Jede friedliche oder verhandelte Lösung für die Probleme zwischen den Vereinigten Staaten und den Völkern oder eines Volkes in Lateinamerika, die nicht auf Gewaltanwendung aufbaut, sollte nach internationalen Normen und Prinzipien behandelt werden", heißt es in dem im Staatsfernsehen verlesenen Schreiben Castros. "Wir werden immer die Kooperation und Freundschaft der Völker der Welt verteidigen, auch die mit unseren politischen Gegner."

USA erfreut

US-Außenamtssprecherin Jen Psaki begrüßte, dass sich Castro in seinem Brief auf "internationale Normen und Prinzipien" berufen habe. Dies sei ein möglicher Hinweis auf demokratische Reformen im kommunistischen Kuba.

Zuletzt hatte es wegen dem Schweigen Castros Spekulationen um den Gesundheitszustand des 88-Jährigen gegeben. Nach längerer Zeit ohne Äußerung oder öffentlichen Auftritt berichteten Kubas Medien zuletzt jedoch am 12. Jänner von einem Brief Castros. (APA, 27.1.2015)