USA: Schneesturm legte Ostküste lahm

27. Jänner 2015, 05:53
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Bis zu 60 Millionen Menschen betroffen - Blizzardwarnung für New York wieder aufgehoben

New York - Blizzard Juno hat das öffentliche Leben in New York weitgehend lahmgelegt. Die Straßen waren praktisch autofrei, Schulen und Büros wurden vorzeitig geschlossen, die Metropolitan Opera sagte ihre Aufführung ab. Bis hoch nach Kanada sorgte die Schneefront an der US-Ostküste für einen Ausnahmezustand. Letztlich endete der Schneesturm allerdings glimpflicher als erwartet: In der Nacht zum Dienstag fiel weniger Schnee als vorausgesagt, so dass Fahrverbote in den Bundesstaaten New York und New Jersey am Morgen wieder aufgehoben wurden.

Für die Metropole bestehe die Gefahr eines schweren Schneesturms nicht mehr, hieß es am Dienstagmorgen (Ortszeit). Möglich sei aber immer noch ein Wintersturm. Zu einem Blizzard wird ein Wintersturm hochgestuft, wenn er für mindestens drei Stunden stärker als 56 Kilometer in der Stunde weht.

Fahrverbot verhängt

Für die Weltmetropole New York war zuvor ein Fahrverbot verhängt worden. Fahrzeuge durften nur noch in Notfällen unterwegs sein. Wer dagegen verstoße, müsse mit einem Bußgeld von 300 Dollar (rund 250 Euro) rechnen, sagte Gouverneur Andrew Cuomo. Das Verbot gilt für 13 Landkreise, darunter die fünf, die die Stadt New York City bilden. Auch Busse und selbst U-Bahnen sollten in New York nicht mehr fahren, ebenso in Boston.

Der Schnee störte auch den Betrieb bei den Vereinten Nationen. Das UN-Hauptquartier am East River schloss am Montag früher und sollte auch am Dienstag nicht öffnen. Betroffen waren nicht nur tausende UN-Angestellte und viele Touristen. Auch die Gedenkveranstaltung mit Israels Präsident Reuven Rivlin zur Befreiung des deutschen Vernichtungslagers Auschwitz vor 70 Jahren wurde um einen Tag verschoben.

Opernvorstellung verschoben

Die Metropolitan Opera sagte zunächst eine Vorstellung mit Anna Netrebko ab. Wegen der Straßensperrungen und des Fahrverbots habe man sich zu dem Schritt gezwungen gesehen, hieß es aus dem legendären Opernhaus. Eigentlich hatte dreieinhalb Stunden lang "Iolanta/Bluebeard's Castle" mit Netrebko und Valery Gergiev gegeben werden sollen.

In Massachusetts machte Juno auch vor Justitia nicht halt. Im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter vom Boston-Marathon verzögert sich die Auswahl der Geschworenen wegen des Winterwetters. Sie werde am Dienstag nicht wie geplant fortgesetzt werden, sagte eine Gerichtssprecherin. Bei dem islamistischen Terroranschlag waren 2013 drei Menschen getötet und 260 verletzt worden.

Selbst die Gesetzgebung in Washington war betroffen. Das Repräsentantenhaus verschob eine Reihe von Abstimmungen aus Sorge, dass Abgeordnete wegen des Wetters nicht rechtzeitig aus ihren Heimatbezirken in die Hauptstadt reisen könnten. Eigentlich hätte es über eine Reihe von Maßnahmen gegen Menschenhandel abstimmen sollen. (APA/dpa, 27.1.2015)

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    Der Times Square in New York.

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    Verlassene Straßen.

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    Waghalsige Touristen.

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    Die Aufräumarbeiten sind im Gange.

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    Im Central Park spielt ein Hund im Schnee.

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