Warhol, Bacon & Co schlagen Aktienmarkt

1. Februar 2015, 00:00
posten

Für Kunst wird Jahr für Jahr mehr Geld ausgegeben, 2014 wurden damit weltweit 16,1 Milliarden Dollar umgesetzt. Mit 12,1 Prozent lag das Plus damit deutlich über dem diverser Aktienindices. Zeitgenössische Kunst hat erneut andere Epochen weit hinter sich gelassen

Berlin/Wien - Der internationale Kunstmarkt wächst trotz Krisen und Geldabwertung weiter. Im Vorjahr erzielte der Handel mit Kunst weltweit einen Umsatz von mindestens 16,1 Milliarden US-Dollar (14,3 Mrd. Euro) - ein Plus von 12,1 Prozent gegenüber 2013. Das gab die Kunstplattform Artnet am Montag in Berlin bekannt.

Die meisten Aktienindices lagen im Jahresvergleich zum Teil deutlich darunter. Der deutsche Leitindex Dax kam im Jahresabstand über ein Plus von 2,7 Prozent nicht hinaus, der ATX in Wien lag Ende 2014 sogar um gut 15 Prozent tiefer.

2014 gab es zwar keinen neuen Versteigerungsrekord für ein einzelnes Bild; den hält mit 142,4 Mio. Dollar das Triptychon Three Studies of Lucian Freud von Francis Bacon. Dennoch wurde viel Geld ausgegeben. Die Liste der umsatzstärksten Künstler führten erneut Andy Warhol und Pablo Picasso mit zusammen 1,1 Mrd. Dollar an, gefolgt von Francis Bacon mit 306 Mio. Dollar und Gerhard Richter mit 294 Millionen Dollar.

Zulegen konnte der Kunstmarkt vor allem in den USA (plus 20,1 Prozent) und Großbritannien (35,3 Prozent). In Deutschland wurden im vergangenen Jahr 277 Millionen Dollar mit Kunst umgesetzt. Im Vorjahr waren es noch 265 Millionen Dollar.

Teuerste Werke waren Alberto Giacomettis Bronzeskulptur Chariot, die in New York für 101 Millionen US-Dollar (81,1 Mio. Euro) versteigert wurde. Den zweithöchsten Preis erzielte Barnett Newmans Ölbild Black Fire I mit 84,2 Millionen Dollar, an dritter Stelle rangierte Andy Warhols Triple Elvis (Ferus Type) mit 81,9 Millionen Dollar.

Trotz der großen Wertsteigerungen hat man als Besitzer eines Warhol, Bacon oder Richter keine Garantie, dass sich das Bild auch wirklich verkauft. So fanden sich 2014 beispielsweise rund 400 Warhol-Werke bei Auktionen, die sogenannte Abverkaufsrate lag aber nur bei rund 70 Prozent. Das heißt, für mehr als ein Drittel der Werke hat sich kein Käufer gefunden. (dpa, stro, DER STANDARD, 27.1.2015)

  • Besucher im Detroit Institute of Arts vor einem Andy Warhol.
    foto: ap photo/detroit institute of arts

    Besucher im Detroit Institute of Arts vor einem Andy Warhol.

Share if you care.