Ärztearbeitszeit: Erste Operationen in Innsbruck verschoben

26. Jänner 2015, 16:47
67 Postings

Arbeitsgruppen sollen Lösung bis Ende Februar erarbeiten - Betriebsversammlung im Wiener AKH

Innsbruck/Linz - Nach sechs Verhandlungsrunden gibt es ein neues Gehaltsmodell für Oberösterreichs Ärzte: 15 Prozent mehr Grundgehalt für Turnusärzte, 17 Prozent mehr für Assistenzärzte und 20 Prozent mehr für Fachärzte. Auf Ambulanzgebühren müssen neu angestellte Ärzte ganz verzichten. Der Hausrücklass, also das Geld von Sonderklassepatienten, wird erhöht und fließt künftig zur Gänze in den Solidarpool der Ärztekammer.

In Tirol hingegen ist man von einer Einigung noch weit entfernt. Bis Ende Februar sollen Arbeitsgruppen den bestehenden und noch drohenden Personalmangel an der Innsbrucker Klinik evaluieren. Am Montag konnte sich die Ärzteschaft immerhin wieder mit dem eigenen Zentralbetriebsrat versöhnen, dem einige Mediziner zuvor das Misstrauen ausgesprochen hatten. Mit dem zuständigen Landesrat Bernhard Tilg (ÖVP) ist man bisher nur darin eins, dass, egal was schlussendlich verhandelt wurde, rückwirkend für das ganze Jahr 2015 gelten wird.

"Seit 1. Jänner mussten wir allein in der Unfallchirurgie 400 Kontrolltermine und mehr als 50 Planoperationen verschieben, weil das personell nicht mehr zu stemmen gewesen wäre", sagt die geschäftsführende Oberärztin Renate Larndorfer. Die durschnittliche Arbeitszeit eines Arztes lag in Innsbruck bisher zwischen 55 und 65 Wochenstunden. "Wenn wir jetzt nur noch 48 Stunden arbeiten dürfen, brauchen wir um mindestens ein Viertel mehr Personal", sagt Larndorfer, die auch Sprecherin der Arbeitsgruppe Klinikärzte ist. Optimistischer ist man am Wiener AKH, hier rechnet man mit einer Einigung Mitte Februar. Für Dienstag ist eine Betriebsversammlung - als Informationsveranstaltung - geplant. (mika, mte, DER STANDARD, 27.1.2015)

Share if you care.