Artenvielfalt in "grünen" Städten höher als in Agrargebieten

26. Jänner 2015, 14:10
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Studie untersuchte Biodiversität in sechs Schweizer Städten und umliegenden Agrarlandschaften

Wien/Bern - Die Artenvielfalt ist in Städten mit vielen Grünflächen höher als in Agrargebieten, wie eine Studie in der Schweiz zeigt; "Der negative Einfluss der intensiven Agrarwirtschaft auf die Biodiversität kann offenbar größer sein als jener der Verstädterung", so die österreichische Biologin Tabea Turrini von der Uni Bern.

Turrini verglich mit ihrer Kollegin Eva Knop (ebenfalls Uni Bern) die Artenvielfalt in den sechs Schweizer Städten Zürich, Basel, Genf, Bern, Chur und Locarno mit jener in jeweils umgebenden intensiv genutzten Agrarlandschaften. Zudem wurde untersucht, welche Landschaftsstrukturen innerhalb der Stadt eine hohe Biodiversität fördern. Die Ergebnisse erschienen im Fachjournal "Global Change Biology".

Als Maß für die Artenvielfalt verwendeten die Forscherinnen die Verbreitung baumbewohnender Käfer, Wanzen, Zikaden und Spinnen. Um einen allgemeinen Vergleich zwischen den Ökosystemen zu ermöglichen beziehungsweise innerhalb der Städte grüne und grünflächenlose Stadtteile zu vergleichen, konzentrierten sie sich ausschließlich auf ähnlich große Birken, die nicht geschnitten oder chemisch behandelt waren.

Grünes Umfeld

Es zeigte sich, dass die Biodiversität je nach Tiergruppe in der Stadt gleich hoch oder sogar höher war als im intensiv genutzten Agrarland. Stadt ist aber auch nicht gleich Stadt: Entscheidend für die Artenvielfalt auf den untersuchten städtischen Bäumen war die umgebende urbane Landschaft.

Bäume, die innerhalb von 500 Metern von vielen Grünelementen umgeben waren, wiesen bei allen vier Tiergruppen eine signifikant höhere Artenzahl auf als Bäume in "grauen" Stadtteilen. Da keine Bäume in der Umgebung größerer Parks untersucht wurden, würden diese Ergebnisse vor allem die große Bedeutung von über die Stadt verstreuten Grünelementen wie kleinen Gärten und Einzelbäumen zeigen, so die Forscherinnen.

Stadtplanung entscheidend

Konkret zählten sie in "grünen" Städten durchschnittlich 39 Arten von den vier untersuchten Tiergruppen. In den "grauen" Städten waren es nur 29 - ebensoviel wie im intensiv genutzten Agrarland.

"Eine wichtige Erkenntnis aus unserer Studie ist, dass Städte so geplant werden müssen, dass sie ausreichend Grünelemente bieten, wenn wir die negativen Effekte der allgemeinen Verstädterung auf die Biodiversität verringern möchten", so Turrini. Dies sei durchaus eine große Herausforderung, da Städte ja auch kompakt bleiben sollten, um die Ausweitung in die umgebende Landschaft einzudämmen. (APA, 26.1.2015)

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