Studie: Deutsche sitzen viel zu lange - vor allem vor dem Fernseher

26. Jänner 2015, 13:26
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Durchschnittlich siebeneinhalb Stunden sitzt jeder Erwachsene pro Tag - vor allem vor dem Fernseher oder am Schreibtisch

Die Deutschen sind ein Volk von Sitzenbleibern: Durchschnittlich siebeneinhalb Stunden sitzt jeder Erwachsene pro Tag herum - vor allem vor dem Fernseher oder am Schreibtisch, wie eine in Düsseldorf veröffentlichte Studie der Krankenversicherung DKV zeigt. Junge Erwachsene bewegen sich sogar pro Tag neun Stunden lang nicht vom Fleck. In Österreich dürfte das Problem ähnlich ausgeprägt sein.

Gefährlicher Bewegungsmangel

Ständig sitzende Tätigkeit gilt demnach neben dem allgemeinen Bewegungsmangel als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch wer sich wie empfohlen täglich 30 Minuten bewegt, trägt bei langem und häufigem Sitzen ein gesundheitliches Risiko.

Statistisch gesehen steigere jede zusätzliche tägliche Stunde Fernsehen die Sterblichkeit um elf Prozent, betonte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln. Dies zeigt die "Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study" mit 8.800 Teilnehmern.

Konkret verbringen die Menschen die meiste Zeit (30 Prozent) sitzend vor dem Fernseher. Die Hälfte der Befragten sitzt am Wochenende sogar täglich mehr als zweieinhalb Stunden vor dem TV-Gerät. Die Arbeit am Schreibtisch ist mit 24 Prozent der zweithäufigste Grund.

Fernseher im Kinderzimmer

Bereits Kinder wachsen laut DKV-Chef Clemens Muth "praktisch im Sitzen auf und kopieren den ungesunden Lebensstil ihrer Eltern". Insgesamt sitzen Kinder an Wochentagen außerhalb der Schule etwa vier Stunden, an Wochenenden etwa viereinhalb Stunden pro Tag, die meiste Zeit davon vor dem Fernseher, unter der Woche auch bei den Hausaufgaben.

Nur ein Viertel der Kinder hält sich demnach an die Empfehlung, nicht länger als eine Stunde pro Tag Bildschirmmedien zu nutzen. 72 Prozent der Kinder haben sogar einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer, 50 Prozent einen Internetzugang. Unterm Strich bewegt sich laut Studie jedes zweite Kind zu wenig.

Für den DKV-Report "Wie gesund lebt Deutschland?" befragte das Marktforschungsinstitut GfK mehr als 3.000 Menschen zu ihrem Gesundheitsverhalten und erstmals auch zu ihrem Sitzverhalten. Außerdem wurden 300 Eltern zu Mediennutzung und Gesundheitsverhalten ihrer sechs- bis zwölfjährigen Kinder befragt. (APA/red, derStandard.at, 26.1.2015)

  • Statistisch gesehen steigert jede zusätzliche tägliche Stunde Fernsehen die Sterblichkeit um elf Prozent, wie eine australische Studie zeigt.
    foto: dpa/apa/jan woitas

    Statistisch gesehen steigert jede zusätzliche tägliche Stunde Fernsehen die Sterblichkeit um elf Prozent, wie eine australische Studie zeigt.

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