Mahrer gegen "Wegschauen und Schönreden"   

26. Jänner 2015, 13:17
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Niemand habe sich bisher getraut bisher, "das zum Thema zu machen"

Wien - Wissenschafts-Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) kann sich als letzte Maßnahme im Bildungsbereich auch Sanktionen bei Integrationsunwilligkeit vorstellen. In den vergangenen Jahren habe man bei diesem Thema "weggeschaut und schöngeredet", so Mahrer. "Niemand hat sich getraut, das zum Thema zu machen."

Muttersprache

"Jetzt trauen sich Leute endlich zu sagen: 'Wir haben ein Problem'", meinte der Staatssekretär. Die Zahlen seien ja weithin bekannt: Jedes vierte Kindergartenkind in Österreich habe eine andere Muttersprache als Deutsch. In Wien seien es mittlerweile 61 Prozent, in anderen großen Städten wie Graz, Linz oder Salzburg 40 Prozent - das ziehe sich weiter in die Volksschule.

Sanktionen

"Im Sinne einer offenen Gesellschaft kann es nicht sein, dass wir Gettobildungen zulassen oder Parallelgesellschaften bekommen", so Mahrer. Er begrüße daher alle Maßnahmen im präventiven Bereich, etwa bei Aus- oder Weiterbildung der Lehrer oder auch zusätzliche schulautonome Handlungsoptionen für Direktoren. "Aber das ist mir zu wenig." Als "letztes Ressort" brauche es wohl auch Sanktionen. "Das ist nichts Böses und muss auch letztes Mittel sein." Auf konkrete Maßnahmen wollte er sich nicht festlegen: "Das Portfolio an bisherigen Vorschlägen ist üppig." Diese müssen man nun ruhig und besonnen diskutieren.

"Integrationsunwilligkeit ist ja breit gefächert", betonte Mahrer. Man müsse zunächst diskutieren, was überhaupt ein Fehlverhalten sei. "Für vieles gibt es ja vielleicht auch Hemmschwellen oder Barrieren, die man anderweitig beseitigen muss." Man dürfe jetzt nicht mit der Keule irgendetwas zerschlagen. "In den letzten Jahren hat es Fehlentwicklungen gegeben, und ich gebe auch niemandem die Schuld, dass nicht eingeschritten wurde. Aber in den letzten 20 Jahren ist auf der Träumerseite viel zu viel passiert und auf der anderen Seite mit Radikalmaßnahmen auch." (APA, 26.1.2015)

  • "Integrationsunwilligkeit" will Staatssekretär Harald Mahrer notfalls auch sanktionieren.
    foto: apa/schlager

    "Integrationsunwilligkeit" will Staatssekretär Harald Mahrer notfalls auch sanktionieren.

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