BR-Intendant kritisiert Gastauftritt von Landesminister in TV-Serie 

25. Jänner 2015, 18:56
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CSU-Politiker Söder wurde in Unterhaltungsprogramm Gelegenheit für Polit-PR gegeben

Nürnberg - Der umstrittene Gastauftritt von Bayern Finanzministers Markus Söder (CSU) in der Vorabendserie "Dahoam is dahoam" ist jetzt beim Intendanten des Bayerischen Rundfunks (BR), Ulrich Wilhelm, auf Kritik gestoßen. Die Verknüpfung von Söders Gastauftritt "mit einer politischen Darstellung" erscheine ihm problematisch, sagte Wilhelm in einer Stellungnahme im Radio B5 aktuell am Sonntag.

Folge in der Mediathek gesperrt

Zuvor hatte bereits die Landtagsopposition Söders Gastrolle heftig kritisiert. Hätte ihn die Serienredaktion mit der Frage von Söders geplantem Auftritt im Vorfeld befasst, "hätte ich ihr deutlich zu Zurückhaltung geraten", sagte der BR-Intendant. Nach einem Bericht von "Süddeutsche.de" hat der BR die umstrittene Folge mit dem Titel "Politische Wurst-Phobie" inzwischen bis zur Klärung der Diskussion in der Mediathek des Senders gesperrt.

"Vorbild in ganz Deutschland"

Die Folge war am vergangenen Dienstag ausgestrahlt worden. Söder spielte darin sich selbst und sagte unter anderem auf die Frage einer Bürgermeisterin zur Landflucht der Jugend: "Da machen wir eine ganze Menge. Mehr als jedes andere Bundesland. Bayern ist in der Beziehung Vorbild in ganz Deutschland." In der fiktiven Handlung nimmt die Bürgermeisterin des erfundenen Ortes Lansing den Minister nach einer Dienstwagenpanne mit. Auf der gemeinsamen Fahrt hat Söder viel Zeit, um für seine Politik zu werben.

Gelegenheit zu politischen Darstellungen

Wilhelm räumte in seiner Kritik an Söders Gastauftritt zwar ein, dass es immer wieder Auftritte von Politikern in Sendungen gab. Diese hätten aber keine politischen Inhalte gehabt. "In diesem Fall ist aber der problematische Punkt, dass es nicht nur ein Auftritt eines Ministers war, sondern dass es auch eine umfassende Gelegenheit gab zu politischen Darstellungen." Wenn solche Inhalte im Programm des Bayerischen Rundfunks stattfänden, dann sollte das in einem journalistischen Kontext geschehen und politische Inhalte hinterfragt und überprüft werden. (APA, 25.1.2015)

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