Hohe Arbeitslosigkeit in Kärntner Gemeinden und Wien

25. Jänner 2015, 09:21
150 Postings

Oberösterreichische Gemeinden haben die niedrigsten Arbeitslosenquoten, zeigt eine Auswertung des AMS

Wien - Regional sehr unterschiedlich verteilt ist die Arbeitslosigkeit in Österreich. 2014 lag die Arbeitslosenquote österreichweit im Schnitt bei 8,4 Prozent (2013: 7,6 Prozent). Auf Bezirksebene betrug die Arbeitslosigkeit in den oberösterrechischen Gemeinden Rohrbach und Eferding nur 3,8 Prozent, während sie in Spittal in Kärnten mit 12,5 Prozent den höchsten Stand erreichte. Wien lag mit 11,6 Prozent am zweitschlechtesten Platz.

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat die Arbeitslosigkeit auf Ebene der AMS-Bezirke für das Gesamtjahr 2014 errechnet. Demnach sind Rohrbach und Eferding sowie Spittal mit ihren Extremwerten keine Ausreißer, sondern durchaus repräsentativ für die Lage im jeweiligen Bundesland: Oberösterreich glänzt mit sehr niedrigen Arbeitslosigkeit, während Kärntens Wirtschaft unter hoher Arbeitslosigkeit leidet.

Top Sechs: Oberösterreichische Gemeinden

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten finden sich in oberösterreichischen Bezirken: Rohrbach und Eferding bilden gemeinsam mit Freistadt (4,1 Prozent) das Spitzentrio, knapp dahinter folgen Perg (4,3 Prozent) und Grieskirchen (4,5 Prozent). Erst an sechster Stelle findet sich mit dem oststeirischen Weiz (4,8 Prozent) ein AMS-Bezirk aus einem anderen Bundesland - gefolgt von Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich und Waidhofen an der Ybbs sowie Scheibbs in Niederösterreich mit jeweils 4,9 Prozent. Österreichweit an zehntbester Stelle liegt Ried im Innkreis in Oberösterreich mit 5,0 Prozent, gefolgt von Hallein in Salzburg und Gmunden in Oberösterreich mit jeweils 5,2 Prozent.

Kärntner Gemeinden mit hoher Arbeitslosigkeit

Die höchste Arbeitslosigkeit findet sich im Oberkärntner Bezirk Spittal an der Drau (12,5 Prozent), die zweithöchste in der Bundeshauptstadt Wien mit 11,6 Prozent. Am dritten Platz der Negativ-Liste folgen die Kärntner Bezirke Völkermarkt (11,5 Prozent) und Villach (11,4 Prozent) vor Klagenfurt und Landeck in Tirol mit jeweils 10,5 Prozent. Der Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit 10,3 Prozent und Lienz in Osttirol mit 10,1 Prozent weisen ebenfalls zweistellige Arbeitslosenquoten auf.

Der Arbeitsmarkt in den Landeshauptstädten zeigt ebenfalls ein sehr differenziertes Bild: Am niedrigsten ist die Arbeitslosigkeit laut Statistik in Salzburg (5,9 Prozent), Bregenz (6,3 Prozent) und Eisenstadt (6,4 Prozent). Es folgen Innsbruck (6,7 Prozent), Linz neu (7,0 Prozent) und St. Pölten (8,3 Prozent). Auf den drei letzten Plätzen liegen Graz (9,5 Prozent), Klagenfurt (10,5 Prozent) und Wien (11,5 Prozent).

Schwächere Wirtschaftslage

Die schwächere Wirtschaftslage zeigt sich auch im zeitlichen Vergleich: Gegenüber dem Jahr 2013 stieg die Arbeitslosenrate in fast allen Bezirken an. Lediglich in zwei Regionen, nämlich Leoben in der Steiermark und Hermagor in Kärnten, ging sie um jeweils 0,4 Prozentpunkte leicht zurück, völlig unverändert blieb sie nur in Perg. Am stärksten gestiegen ist die Quote in Wien mit 1,4 Prozentpunkten. (APA, 25.1.2015)

Wissen

Alle Daten wurden nach der "österreichischen" Methode ermittelt, die zu anderen Zahlen als die Eurostat-Erhebung führt. Die Arbeitsmarktbezirke stimmen nicht unbedingt mit politischen Bezirken überein, betont das AMS. So wird etwa bei den Städten Villach und Klagenfurt auch das jeweilige Umland dazugenommen. Oberösterreich hat 18 politische Bezirke, aber nur 15 Arbeitsmarktbezirke. Die politischen Bezirke "Linz-Stadt", "Linz Land" und "Urfahr Umgebung" werden in einen Arbeitsmarktbezirk ("Linz neu") zusammengefasst.

  • Artikelbild
    grafik: apa
Share if you care.