EZB verteidigt Milliarden-Anleihenkäufe

24. Jänner 2015, 15:32
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"Haben wegen drohender Deflation keine andere Wahl"

Davos - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf Kritik an ihrem Programm zum Anleihenankauf reagiert und die Euro-Staaten zu mehr Reformeifer aufgerufen. Man habe wegen einer drohenden Deflation - einer die Konjunktur lähmenden Abwärtsspirale bei Preisen für Waren und Dienstleistungen - keine andere Wahl gehabt, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Benoît Coeuré am Samstag.

Es sei nun an den Regierungen, mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen Investitionen und Wachstum zu fördern. "Wir können es billiger machen zu investieren, aber es muss Leute geben, die Interesse haben zu investieren", sagte der Franzose in einer Diskussion mit Notenbankern, darunter Japans und Englands, zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos. Für die notwendigen Strukturreformen und die Schaffung guter Rahmenbedingungen sei die Politik zuständig.

Gemeinsame Reformoffensive

Derweil rief EZB-Chef Mario Draghi die 19 Staaten der Eurozone zu einer gemeinsame Reformoffensive auf. Künftig sollten Regierungen der Euro-Länder in einer Wirtschaftsunion zu Reformen verpflichtet werden können, sagte Draghi der "Wirtschaftswoche". Die EZB hatte am Donnerstag den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen im Umfang von insgesamt gut 1,1 Billionen Euro angekündigt. (APA, 24.1.2015)

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