ORF-Chef Wrabetz fühlt sich von Jeannée verkürzt wiedergegeben

24. Jänner 2015, 13:58
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"Es ist richtig, dass ich die Meinung des ORF-Ethikrats in Sachen Wehrschütz nicht teile"

Wien - ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sieht sich von "Krone"-Postler Michael Jeannee verkürzt wiedergegeben. Jeannee hat den ORF-Chef am Samstag in seiner Post-Kolumne für dessen angebliche Aussagen zur Entscheidung des ORF-Ethikrats über einen Auftritt von ORF-Korrespondent Christian Wehrschütz bei der ÖVP-Klubklausur sowie zu einem Lesben-Kuss in der ORF-Vorabendsendung "heute leben" gelobt. (derStandard.at berichtete)

Laut Jeannee habe Wrabetz den "Krone"-Kolumnisten am Freitag telefonisch kontaktiert. Jeannee: "Uiiijegerl, denk ich, der Herr Generaldirektor wird sich wegen meines gestrigen Briefs an seinen Ethikrat beschweren . . . den ich attackiert hatte, weil er Christian Wehrschützens Vortrag auf einer ÖVP-Klubtagung zum Anlass nahm, einen der besten TV-Korrespondenten scharf zu rüffeln . . . während die unappetitliche Lesben-Knutscherei in der Vorabendsendung 'heute leben' den Küniglberger 'Sittenwächtern' sonstwo vorbeiging."

"Zeichen und Wunder"

Doch laut Jeannee "geschehen noch Zeichen und Wunder". Wrabetz' Telefon-Botschaft laut dem "Krone"-Journalisten: "Lieber Herr Jeannee, ich möchte Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich mit dem Inhalt Ihrer Post an den Ethikrat vollinhaltlich übereinstimme. Denn die Kritik an Herrn Wehrschütz, in der Tat einer meiner wertvollsten Mitarbeiter, ist ebenso unangebracht wie die lesbische Performance in 'heute leben'. Das ist es, was ich Ihnen sagen wollte. Einen schönen Tag noch."

Wrabetz bestätigte am Samstag den Kontakt mit Jeannee. "Es ist richtig, dass ich die Meinung des ORF-Ethikrats in Sachen Wehrschütz nicht teile. Das habe ich auch anderen Journalisten gesagt." Dass der ORF-Osteuropakorrespondent bei der ÖVP-Klausur ein Referat zur Situation in der Ukraine gehalten habe, ist für Wrabetz völlig okay und steht im Einklang mit den ORF-Regularien.

"Verkürzt wiedergegeben"

Verkürzt wiedergegeben fühlt sich der ORF-Chef im Zusammenhang mit dem Kuss eines lesbischen Pärchen in "heute leben". Es sei ihm nicht um eine grundsätzliche Bewertung des Kusses gegangen. "Manifestationen in Live-Sendungen des ORF finde ich generell nicht passend. Ich wäre auch nicht glücklich, wenn morgen jemand in einer ORF-Sendung ein aktionistisches Transparent zeigt", so Wrabetz. (APA, 24.1.2015)

  • Wrabetz fühlt sich verkürzt wiedergegeben.
    foto: apa/hans klaus techt

    Wrabetz fühlt sich verkürzt wiedergegeben.

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