Entholzer: "Sozialdienst war Überreaktion" 

24. Jänner 2015, 11:50
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Chef der SPÖ-Oberösterreich will Werte einer fortschrittlichen Gesellschaft besser vermittelt wissen - Mangels "besserer Idee" habe er überreagiert

Linz - Der oberösterreichische SPÖ-Landesvorsitzende LH-Stv. Reinhold Entholzer ist am Samstag in der Integrationsdebatte zurückgerudert. Mit der Forderung nach einem Sozialdienst für Integrations-Unwillige habe er mangels einer besseren Idee überreagiert, relativierte er in einer Presseaussendung seine Aussage im Gespräch mit den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Samstag-Ausgabe).

Überreaktionen sei der falsche Weg

Überreaktionen würden derzeit immer mehr zum Trend, führte Entholzer aus. Es sei aber der falsche Weg, wie mit der Übertreibung der Fanatiker und Extremisten umgegangen werden sollte. "Wir müssen die Werte einer fortschrittlichen Gesellschaft besser vermitteln und vorleben. Dann lassen sich auch die Regeln für ein harmonisches Zusammenleben im Sinne dieser Werte durchsetzen." Etwa Männer, die Frauen nicht respektieren, müssten in irgendeiner Weise dazu angehalten werden, Gleichberechtigung als eine der grundlegenden Regeln einer fortschrittlichen Gesellschaft anzuerkennen, hieß es.

Diffamierung

Es passe nicht in das Bild einer modernen, demokratischen Gesellschaft, wenn ein Mann nicht mit einer Lehrerin spreche, weil sie eine Frau ist, oder ein Türsteher Jugendlichen den Eintritt in ein Lokal verwehrt, weil er aufgrund ihres Aussehens auf eine fremdländische Herkunft schließt. Auch die Diffamierung junger Menschen als "Spinner", wenn sie etwa zwei Landeshauptleuten mit guten Argumenten widersprechen, passe nicht. All das zeige, dass es noch viel zu tun gebe, erklärte Entholzer. (APA, 24.1.2015)

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