Schulen starten Pflichtschwerpunkt Extremismusbekämpfung

23. Jänner 2015, 14:56
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Zusammenarbeit mit Linzer Zentrum für Interreligiöses Lernen

Linz - In Oberösterreich soll es ab der siebenten Schulstufe noch im Sommersemester 2015 einen verpflichtenden Schwerpunkt zum Thema Extremismusprävention geben. Das kündigte Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP) am Freitag gemeinsam mit dem Grünen Klubobmann Gottfried Hirz an. Zudem hat man sich den Extremismus-Experten Moussa Al-Hassan Diaw zur Unterstützung an Bord geholt.

Sie werde einen Auftrag an den Landesschulrat erteilen, dass das Thema in den siebenten, achten und neunten Schulstufen verpflichtend durchgenommen wird, so Hummer. Der jeweilige Direktor habe das sicherzustellen und zu dokumentieren. Platz finden kann das Thema, so es kein Fach Politische Bildung gibt, im Geschichte-, Religions- bzw. Ethik- oder Deutschunterricht. Die Expertise soll vom Zentrum für Interreligiöses Lernen, Migrationspädagogik und Mehrsprachigkeit (Z.I.M.T.) an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz kommen.

Tools gegen Extremismus

Das Z.I.M.T. will Lehrern Tools in die Hand geben, um mit Extremismus umzugehen. In der Ausbildung wurden in Linz bereits entsprechende Lehrveranstaltungen implementiert. Zudem besteht ein - allerdings freiwilliges - Fortbildungsprogramm. Lehrer, Direktoren, aber auch Elternvereine können sich an das Zentrum wenden, um ein auf den Standort zugeschnittenes Angebot zu bekommen. Verstärkung erhält das Z.I.M.T. künftig von Moussa Al-Hassan Diaw.

"Viele Pädagogen sind mit ihrem Latein am Ende", berichtete Diaw, "wir wollen ihnen die nötigen Kompetenzen in die Hand geben". Im Dialog mit Jugendlichen, die in den Jihad ziehen wollen, gehe es darum, die Deutungshoheit der Radikalen zu brechen. "Die haben sie nur, weil sie mehr Videos im Internet herumschwimmen haben. Dem muss man etwas von gleicher Qualität entgegensetzen." Es brauche "kompetente, in der Community anerkannte muslimische Vertreter, die das zerpflücken können". Oft genüge es schon, die Jugendlichen mit Tatsachen zu konfrontieren, um sie gegen die Argumente von IS oder Ähnlichem zu wappnen, so Diaw. (APA, 23.01.2015)

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