Draußen sein mit ... Scott in Davos

Video25. Jänner 2015, 16:00
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Ski, Stöcke und Skibrillen der kommenden Saison - ein Vorab-Mehrfachtest

Es ist ja nicht bloß bei Schoko-Nikolos und dem Sommerschlussverkauf so, dass das Sortiment der Zeit voraus eilt: Anfang Februar findet in München die ISPO statt. Und während Normalverbraucher gerade ihre neuen Skisachen auf den Pisten ausführen, wird dort schon gezeigt, was 2015/16 heiß sein wird.

foto: thomas rottenberg

Parallel dazu laden Hersteller Journalisten im Vorfeld der ISPO gern zum Ausprobieren ein. Deshalb konnte ich vergangene Woche sechs Paar Ski, zwei Tourenbindungen, drei paar Skischuhe, zahllose Skibrillen, einen Airbag-Lawinenrucksack sowie Skibekleidung und Helme antesten. (Außerdem könnte ich zwei Luxushotels, eine Rodelbahn, alpine Fondue-Spezialrestaurants, eine Mitternachts-Skiabfahrt mit und ohne Stirnlampe und die Mutation von Davos zum furchteinflößend abgeschirmten Hochsicherheitsgefängnis rezensieren.

Und erzählen, wie es sich anfühlt, wenn unter dem Titel "Private Mountain" tatsächlich ein ganzer Berg für ein kleines Grüppchen von (zumeist) Fachjournalisten exklusiv reserviert wird.)

foto: thomas rottenberg

Zwei Hotels? Ja. Denn zuerst hatte das von Motocrossfahren übers Laufen bis zum Freeriden breit aufgestellte Label Scott zum Test-Event geladen. Danach baten Blizzard, Tecnica, Uvex und Columbia zum Gustieren.

Das Auflisten aller Produkte würde jeden Rahmen sprengen. Darum gibt es einige der Scott-Neuigkeiten jetzt hier - und in den kommenden Ausgaben dieser Kolumne ein bisserl was vom zweiten Event. (Und zu den WEF-Vorbereitungen, dem Franken-Aufwertungsschnalzer und Davos an sich finden Sie auf Fisch & Fleisch ein bisserl was.)

Scott also.



Cascade Freeride- und Tourenski

foto: thomas rottenberg

Das Schweizer Label bringt 2015/16 mit dem Cascade 95 einen schlanken und mit dem Cascade 110 einen "fetten" Freerider auf den Markt. Beide Ski gehören zur gerade angesagten Familie der Hybride aus Freeride- und Tourenski. 15 Millimeter unter der Bindung schmäler als der 110er ist der 95er spürbar leichter zu drehen und zu fahren als der breite Bruder - schwimmt aber im Powder immer noch mehr als bloß akzeptabel auf.

Trotzdem: Den Unterschied spürt man sofort.

thomas rottenberg

Optisch sticht die Cascade-Familie schon wegen ihres recht eigenwillig aussehenden Befestigungssystemes für Steigfelle aus dem immer größer werdenden Feld der All-Mountain-tauglichen Skier hervor: Auch auf der Piste ganz angenehm zu fahren, im Gelände ein Kumpel, der viel verzeiht. Der schmälere Ski logischerweise mehr als der breite. Wobei auch mit diesem bereits mittelgute Fahrer mächtig Spaß haben können.

Ich würde mich im Zweifel für den breiteren entscheiden: Das bisserl Masse mehr spielt im Aufstieg de facto keine Rolle.

Scott Cascade 95: ab 500€

Scott Cascade 110: ab 550€

(Gefahren mit der Fritsch Diamir Vipec 12)



"Riot+"-Skistock

foto: thomas rottenberg

Nicht nur für Offpiste-Spezialisten (obwohl offiziell für sie konzipiert), ist der "Riot+"-Skistock. Er will die Antwort auf das Elend beim langen Rausschieben über Zieh- und Forstwege sein: Denn Stöcke, die bei der Abfahrt genau richtig lang sind, sind dann, wenn man sie am dringendste braucht, immer mein Eitzerl zu kurz - aber die Teleskopstöcke (so man welche hat) für das bisserl Schieben zu verlängern, zahlt sich auch nicht aus.

Der Riot+ löst das Problem per Knopfdruck: Drückt man den, löst sich eine Feder - und der Stock wird um zehn Zentimeter länger. Noch ein Knopfdruck - und die zehn Zentimeter rutschen wieder in den Schaft - und das Ding rastet wieder ein. Klingt unnötig, ist aber echt praktisch - obwohl der Druckknopf beim getesteten Stock recht schwergängig war.

thomas rottenberg

Nebenbei: Ein anderer Hersteller präsentierte genau diese Idee schon vor einigen Jahren auf der ISPO. Das Prinzip wurde für einen Award nominiert, bekam ihn aber nicht, weil das Ding weniger als Verlängerung, denn als Harpune taugte: Auf Knopfdruck flog der untere Teil des Skistockes meterweit davon.

Trotz etlicher Versuche schafften wir es nicht, auch aus dem SCOTT Riot+ eine Schusswaffe zu machen.

SCOTT Riot+: 200€



LCG Compact Goggle

foto: thomas rottenberg

Skibrillen sind ein ewiges Thema: Sie sollen das Auge vor Wind und UV-Strahlen, aber mitunter auch vor Schlägen und Schneekristallen schützen, eng - aber nicht zu eng sitzen, dicht sein aber weder beschlagen, noch Zugluft reinlassen oder gar vereisen. Außerdem sollen sie bei jedem Licht die optimale Sicht garantieren, Kontraste verstärken, unter den Helm passen, unkaputtbar sein - und auch noch gut ausschauen.

Lösungsansätze gibt es dazu etliche - und auch die LCG-Brillen von Scott erfüllen diese Aufgaben durch die Bank gut. Aber das Kernproblem vieler Brillen sind heute weniger Passform oder Anlaufen, als der schnelle und deppensichere Wechsel der Scheiben, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern.

thomas rottenberg

In die LCG Compact Google hat Scott ein mit einer Hand bedienbares Klapp-System für die Scheiben implementiert - und sich diese Technik auch patentieren lassen. Der Wechsel funktioniert tatsächlich Ruck-Zuck - und auch das ewige Drama der in Rucksäcken oder Anoraktaschen zerdrückten Zweitscheibe ist mit dem schlichten Scheibenetui sehr anständig gelöst.

So schick und angesagt rahmenlose Skibrillen sind, haben sie doch auch einen Nachteil: Der Rahmen schützt die Scheibe nämlich auch vor Kratzern, die man auf großen, flachen, golden glänzenden (randlosen) Scheiben dann gleich doppelt gut sieht.

LCG compact Goggle 200€, mit lichtsensitiver Scheibe 220€

(Thomas Rottenberg, derStandard.at, 23.01.2015)

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Der Aufenthalt in Davos und das Testen der gezeigten Produkte erfolgte auf Einladung von Scott.

  • Das wahre Fitnesscenter ist draußen. Und der große Abenteuerspielplatz "Outdoor" zieht Kinder jeden Alters immer mehr in seinen Bann. Deshalb testet Thomas Rottenberg wöchentlich "Spielzeug", das für Spaß, Sport oder Sonstwas im Freien gedacht und gemacht ist. Selbst, streng - und subjektiv.

    Im Sinne der Compliance-Regeln des STANDARD halten wir dazu fest: Die getesteten Teile wurden und werden uns in der Regel von den Herstellern und/oder ihren PR-Agenturen für einen beschränkten Zeitraum zur Verfügung gestellt. Andernfalls - etwa bei von Freunden Geborgtem, selbst Gekauftem, aus logistischen, verschleiß- oder verschmutzungstechnischen Gründen nicht Refundierbarem oder Dingen, die uns so gut gefallen, dass wir sie nicht mehr hergeben können/wollen, wird dies im Artikel angeführt.

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