Hass-Tweets können Risiko von Herzerkrankungen erhöhen

23. Jänner 2015, 10:49
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US-Forscher haben Zusammenhang zu erhöhten Sterblichkeitsraten gefunden

Ein Streit in 140 Zeichen kann eine stressige Angelegenheit sein. Schimpfereien und Provokationen auf Twitter sollte man sich jedoch nicht so zu Herzen nehmen. Buchstäblich. Forscher der Universität von Pennsylvania haben herausgefunden, dass es einen Zusammenhang zwischen aggressiver Sprache auf Twitter und erhöhter Sterblichkeit durch Herzerkrankungen gibt.

Signifikanter Zusammenhang gefunden

Dafür wurden in Gemeinden zwischen 2009 und 2010 die Sprache in öffentlichen Tweets analysiert und mit den Sterberaten durch arteriosklerotische Herzerkrankungen verglichen, berichtet der Telegraph. Sprache, die vor allem negative Emotionen widerspiegelt, wird demnach als Risikofaktor eingestuft. Umgekehrt gilt der Ausdruck positiver Emotionen als "schützender Faktor", heißt es in der Studie, die in Psychological Science veröffentlicht wurde.

Negative Auswirkungen auf Umfeld

Allerdings seien jene Nutzer, die selbst aggressiv twittern, nicht stärker betroffen. Stattdessen zeigten sich Auswirkungen auf andere Personen. Negative Emotionen im Umfeld könnten eine Änderung des eigenen Verhaltens auslösen und etwa zu erhöhtem Alkoholkonsum oder ungesundem Essen führen. Das könne indirekt zu Herzerkrankungen führen.

Laut den Wissenschaftlern würde sich die Sterblichkeitsrate basierend auf der Twitter-Sprache in Gemeinden sogar besser vorhersagen lassen als bei einem Modell, das nur Risikofaktoren wie Rauchen oder Übergewicht inkludiert. (red, derStandard.at, 23.1.2015)

  • Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen negativer Sprache auf Twitter und Herzerkrankungen.
    screenshot: red

    Forscher sehen einen Zusammenhang zwischen negativer Sprache auf Twitter und Herzerkrankungen.

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