Putin und Obama würdigen Abdullah als weisen und ehrlichen Staatsmann

23. Jänner 2015, 11:45
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US-Präsident spricht von "aufrichtiger Freundschaft" mit verstorbenem saudischem König und streicht dessen Einsatz für enge Beziehungen mit den USA hervor

Washington - US-Präsident Barack Obama hat den verstorbenen saudi-arabischen König Abdullah gewürdigt. Dieser sei ein ehrlicher Staatsführer gewesen und habe Mut bei seinem Einsatz für den Friedensprozess im Nahen Osten bewiesen, sagte Obama am Donnerstag. Ihn persönlich habe eine "aufrichtige Freundschaft" mit Abdullah verbunden.

Obama strich auch den "unerschütterlichen und leidenschaftlichen Glauben" Abdullahs in die Bedeutung der amerikanisch-saudischen Beziehungen hervor. "Die Nähe und Stärke der Partnerschaft zwischen unseren zwei Ländern ist Teil von König Abdullahs Vermächtnis", so der US-Präsident.

Abdullah war im Alter von 90 Jahren gestorben, wie das saudische Königshaus in der Nacht auf Freitag mitteilte. Zu seinem Nachfolger wurde Kronprinz Salman bestimmt. Vor einigen Wochen war Abdullah ins Krankenhaus eingeliefert und dort wegen einer Lungenentzündung behandelt worden.

Trauer und Beileid in der arabischen Welt

Die Führer der arabischen Welt reagierten ebenfalls mit Trauer und Beileidsbekundungen auf den Tod Abdullahs. Der König des benachbarten Bahrain, Scheich Hamad, nannte ihn einen weisen Herrscher, der sein Leben seinem Volk, der Nation, der Religion und der Menschlichkeit gewidmet habe, wie die Bahrain News Agency am Freitag berichtete. Bahrain erklärte zudem eine 40-tägige Trauerzeit. Das Königreich ist ein enger Verbündeter Saudi-Arabiens.

Auch andere Regierungen riefen Trauerzeiten aus. In Jordanien soll sie ebenfalls 40 Tage dauern, in Ägypten sieben Tage, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Tunesien und Algerien drei Tage. Der Emir von Kuwait, Scheich Sabah, erklärte, mit Abdullah habe die Welt "einen ihrer großen Männer" verloren.

Leise Kritik aus Saudi-Arabien

Über das Twitter-Konto des inhaftierten Bloggers Raif Badawi wurde der Kommentar verbreitet: "Gott vergebe ihm und sei ihm gnädig." Der 30-jährige Badawi war zu 1000 Peitschenhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er immer wieder die Religionspolizei für ihre harte Durchsetzung der in dem wahhabitischen Königreich vorherrschenden strengen Auslegung des Islams kritisiert hatte.

Vorsichtige Kritik kam auch von den Aktivistinnen, die dafür kämpfen, dass das Autofahrverbot für Frauen in Saudi-Arabien aufgehoben wird. Zwar posteten sie ein Foto des verstorbenen Monarchen, jedoch fügten sie auch Fotos der Aktivistinnen Lujain Hathlul und Maisaa Alamudi hinzu, die seit Anfang Dezember in Haft sind. Der Kommentar der Frauenrechtlerinnen lautete: "Für alle Kreaturen, ob groß oder klein - nichts bleibt, als Deine Taten und Dein Grab - und nur Gott bleibt für immer."

Zwei Sätze in Syrien

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA meldete hingegen den Tod Abdullahs nur in zwei Sätzen. Der verstorbene Monarch war einer der schärfsten Gegner des Regimes von Präsident Bashar al-Assad.

Putin: Weiser Staatsmann

Kremlchef Wladimir Putin hat König Abdullah als "weisen und kontinuierlichen Staatsmann und Politiker" gewürdigt. "Seine Hoheit hat viel getan für die Verbesserung der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung", schrieb Putin am Freitag nach Kremlangaben an das Königreich.

Der russische Präsident hob außerdem hervor, dass Abdullah sich auf "verschiedenen Ebenen" um den internationalen Anti-Terror-Kampf sowie für eine "gerechte Regulierung des arabisch-israelischen Konflikts" verdient gemacht habe. (APA, 23.1.2015)

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