Terrorprozess: Verfassungsschutz sichtete tausende Dateien und Pornos

22. Jänner 2015, 19:54
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Zeugin: "IS-Flagge und -Inhalte ziehen sich quer durch alle vom Angeklagten benutzten Plattformen"

Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Dschihadisten in Krems wurde am Abend eine Beamtin des Verfassungsschutzes befragt, die den Akt bearbeitet hatte. Sie war von der Erstbefragung des Beschuldigten über die Hausdurchsuchung bis zum Schluss der Ermittlungen dabei. Die Datensicherung seiner beiden Mobiltelefone hatte das Landeskriminalamt NÖ übernommen, das Bundeskriminalamt setzte zusätzlich ein neues Programm ein, um noch mehr Daten zu erhalten.

Untersucht und ausgewertet wurden Telefonspeicher, Sim- und SD-Karten, wobei letztere offenbar mehrfach benutzt worden war, weil sich auch ältere Datenträger darauf fanden. Die Zeugin sprach von u.a. 40.000 Bilddateien und 20.000 Videos.

Internet-Verlauf gesichtet

Rekonstruiert wurde auch der Internet-Verlauf: Demnach habe sich der 30-Jährige u.a. über Syrien und den Islamischen Staat erkundigt und sich Propaganda-Spots angesehen. Über manches schaute er drüber, anderes lud er herunter, sagte die Beamtin. Sein Facebook-Account zeigte die IS-Flagge im Hintergrund, die IS-Flagge und -Inhalte würden sich quer durch alle von ihm benutzten Plattformen ziehen.

Auch Pornos gesucht

Der Asylwerber habe sich auch für Internetsprachkurse interessiert, etwa für russisch, deutsch und arabisch, und über Google Wissen über die Einrichtung diverser Programme angeeignet. Zum weiteren Anklagepunkt des Erwerbs und Besitzes pornografischer Darstellungen mündiger Minderjähriger erklärte die Zeugin, nur eine Handvoll der gefundenen Darstellungen seien "normale" Pornografie gewesen, sonst habe er nach Teenagern und ganz jungen Mädchen gesucht. (APA, derStandard.at, 22.1.2015)

  • Im Rahmen des Prozesses gegen einen mutmaßlichen Dschihadisten wurde Einblick in die Arbeit des Verfassungsschutzes gegeben
    foto: reuters/bader

    Im Rahmen des Prozesses gegen einen mutmaßlichen Dschihadisten wurde Einblick in die Arbeit des Verfassungsschutzes gegeben

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