Neue Rechtspartei in Polen gegründet

22. Jänner 2015, 16:01
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Gründer Janusz Korwin-Mikke fordert, das EU-Parlamentsgebäude zu verkaufen und dort ein Bordell zu errichten

Warschau - Vergangene Woche hat der bisherige Chef der polnischen Rechtspartei "Kongress der Neuen Rechten" (KNP) seinen Ausstieg bekanntgegeben, am Donnerstag hat Janusz Korwin-Mikke im Parlament seine neue Gruppe KORWIN (Koalition zur Erneuerung der Republik, für Freiheit und Hoffnung) präsentiert. Beobachter schreiben den Schritt finanziellen Problemen der Partei zu.

Offiziell hatte Korwin-Mikke vergangene Woche drei Gründe für seinen Ausstieg genannt: den Machtkampf innerhalb der KNP, den Versuch, eine liberale Partei mit größerer Reichweite zu gründen, und die Finanzprobleme. Die polnische Wahlkommission hatte den letzten Finanzbericht der KNP beanstandet, weshalb die Partei nach der Parlamentswahl im Herbst die staatliche Unterstützung verlieren wird.

Für die Hypothese, dass Geldprobleme der Grund der Parteispaltung sind, spricht Korwin-Mikkes Aussage vom Donnerstag, dass KORWIN für die KNP offenstehe, falls diese sich entschließe – aus welchen Gründen auch immer, finanzielle eingeschlossen –, sich dieser anzuschließen. Er habe sich von der KNP im Frieden verabschiedet und verfolge weiterhin dieselben Ziele wie ihre Mitglieder. Er hoffe, dass KORWIN und KNP gemeinsam mehr Stimmen sammeln könnten als die KNP alleine, fügte der Rechtspopulist hinzu.

Die KNP war das erste erfolgreiche politische Projekt von Korwin-Mikke, der wegen antisemitischer, sexistischer und ausländerfeindlicher Aussagen immer wieder für Kritik sorgt. Die Partei kam bei der EU-Wahl in Polen auf 7,2 Prozent der Stimmen, Korwin-Mikke hatte im Wahlkampf angekündigt, er wolle das EU-Parlamentsgebäude verkaufen und dort ein Bordell errichten. (APA, 22.1.2015)

  • Janusz Korwin-Mikke, Parteigründer
    foto: epa/pawel supernak

    Janusz Korwin-Mikke, Parteigründer

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