Die Geschichte von derStandard.at

22. Jänner 2015, 14:39
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Es war ein kalter Novembertag 1994, "Angels" von der Kelly Family war Nummer 1 in der Hitparade.

Es war ein kalter Novembertag 1994, "Angels" von der Kelly Family war Nummer 1 in der Hitparade. Weltenbummler Thomas Seifert, damals Journalist beim Falter, kam gerade aus den USA und stieß zur geselligen Runde der Standard-Archivare Gerlinde Hinterleitner, Klaus Weinmaier, Sascha F. Zeller und der damaligen Standard-Redakteurin Eva Linsinger in einem Wiener Bierlokal dazu. Er erzählte vom "hot new thing" in den Staaten, wo gerade das Time Magazine online ging. Wow. Worldwide abrufbar. Am rustikalen Stammtisch erweiterten sich die Pupillen. Nur: Wie den Standard ins Internet bringen?

Es bedurfte einer raschen Old-School-Recherche über Telefon und Bücher. Der damals einzige HTML-Programmierer Wiens wurde verpflichtet, das "okay" von Oscar Bronner eingeholt, 10.000 Schilling vom Verlagschef aufgetrieben, ein erster Computer samt Modem angeschafft und am 2. Februar 1995 war man dann online. Als erste deutschsprachige Tageszeitung im Netz.

In den nächsten 20 Jahren sollte sich viel ändern. Online wurde über die Jahre immer weiter ausgebaut. Zunächst arbeitete nur ein kleines Grüppchen an der Internetausgabe, das Team um Chefredakteurin Gerlinde Hinterleitner wuchs aber von Jahr zu Jahr. Während es in den Anfangsjahren schon revolutionär war, den Content der Printausgabe ins Netz zu bringen, setzte die Online-Redaktion bald auf Nachrichten in Echtzeit. Egal ob bei wichtigen politischen Ereignissen, sportlichen Events, wirtschaftlichen Entwicklungen, Kriegen, Anschlägen oder Naturkatastrophen – derStandard.at lieferte und liefert immer die aktuelle Berichterstattung.

Die Breite des Angebots wurde kontinuierlich erweitert. Heute gibt es eine umfangreiche Palette an Ressorts: Von Inland, International, Wirtschaft bis Panorama. Von Web (das Ressort mit den meisten Zugriffen online), Sport, Etat, Kultur, Lifestyle, Wissenschaft, Gesundheit, Bildung, Reisen, Lifestyle bis Familie. Die Rubrikmärkte sind durch die Bereiche Karriere, Immobilien und Auto abgedeckt, die sowohl redaktionelle Inhalte als auch Kleinanzeigen enthalten. Feministische Berichterstattung bietet dieStandard.at und daStandard.at liefert Migrationsthemen.

Je größer die Redaktion wurde, umso stärker wurde auch versucht, eigene exklusive Inhalte zu machen. Dazu wurden neben den klassischen journalistischen Darstellungsformen auch immer stärker multimediale Tools eingesetzt, wie der im Haus entwickelte Liveticker oder der Chat.

Stichwort Chatten: Die Community war immer ein wichtiger Teil von derStandard.at. Schon ab 1999 konnte man unter jeden Artikel posten. Heute gibt es rund 20.000 Postings pro Tag – im Jahr 2013 waren es insgesamt 5,5 Millionen Postings. "User Generated Content" nennt sich die 2013 gegründete Abteilung, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, dem Leser auf Augenhöhe zu begegnen. Hier wird einerseits das Community-Management betrieben und andererseits werden spannende Beiträge von Userinnen und Usern veröffentlicht.

Seit Mitte 2013 arbeitet die Redaktion von Print und Online unter der Führung von Alexandra Föderl-Schmid und Rainer Schüller zusammen an der gemeinsamen Adresse Vordere Zollamtsstraße 13. Unter dem Motto "Qualität zuerst" werden hier im Newsroom Artikel gemeinsam geplant, erstellt und zum idealen Zeitpunkt mit dem idealen Ausgabeformat (entweder traditionell als Text/Bild-Geschichte oder als multimediales Feature mit datenjournalistischen Elementen oder Video) gebracht. 20 Jahre nach der Geburt steht derStandard.at vor neuen Herausforderungen. Die wohl größte hält jeder in den Händen: Ein x-beliebiges Smartphone hat heute um ein zigfaches mehr Kapazität als Computer aus den Urzeiten des Internet. Aber egal über welches Endgerät: http://derStandard.at wird die Userinnen und User auch in der Zukunft nicht enttäuschen. Fortsetzung folgt.

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