Vierjähriger erhielt als erster Mensch "künstliche Bauchspeicheldrüse"

22. Jänner 2015, 14:30
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Technologie könnte ein wichtiger Durchbruch im Kampf gegen Hypoglykämie sein

Sydney - Ein vierjähriger Bub in Australien hat als erster Mensch weltweit eine künstliche Bauchspeicheldrüse erhalten. Wie das Gesundheitsministerium des Bundesstaates Western Australia mitteilte, bekam der junge Diabetes-Typ-1-Patient Xavier Hames das Gerät, das zuvor fünf Jahre lang in klinischen Tests erprobt worden war.

Die künstliche Bauchspeicheldrüse, die vor gefährlicher Unterzuckerung bewahren soll, ist eine Art Insulinpumpe, die nicht implantiert sondern mittels Schläuchen mit dem Organismus verbunden wird. "Die Technologie ahmt die biologische Funktion der Bauchspeicheldrüse nach, um niedrige Blutzuckerspiegel vorherzusehen und die Zufuhr von Insulin zu stoppen", erläuterte das Gesundheitsministerium. "Das verhindert die ernsthaften Folgen eines niedrigen Blutzuckers wie Koma, Anfälle und möglichen Tod."

Wie Xaviers behandelnder Arzt Tim Jones vom Prinzessin-Margaret-Kinderkrankenhaus in Perth erklärte, kommen Unterzuckerungen bei Patienten mit Typ-1-Diabetes häufig im Schlaf vor, sodass sie oft nicht rechtzeitig auf die Gefahr reagieren können.

Die künstliche Bauchspeicheldrüse sorge dafür, dass die Insulinpumpe des Patienten bei einer drohenden Unterzuckerung rechtzeitig die Zufuhr des Blutzucker senkenden Insulins stoppe. "Dies in Verbindung mit der Tatsache, dass die Pumpe automatisch wieder Insulin ausschüttet, wenn sich der Blutzuckerspiegel erholt, ist ein echter medizinischer Durchbruch", so Jones. (APA/red, derStandard.at, 22.1.2015)

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