Neues Therapieprinzip gegen schwere Psoriasis 

22. Jänner 2015, 14:16
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Sogenannter Phosphodiesterase-Hemmer jetzt auch in Europa zugelassen

Wien - Nach den USA via Arzneimittelbehörde FDA im vergangenen Jahr hat jetzt auch die EU den Wirkstoff Apremilast für die Behandlung von Patienten mit Psoriasis (Schuppenflechte) und Psoriasis-Arthritis zugelassen. Es handelt sich dabei um ein neues Therapieprinzip und um die erste in Tablettenform vorliegende neue Psoriasistherapie seit 15 bis 20 Jahren.

Der Wirkstoff ist ein selektiver Phosphodiesterase-4 (PDE4)-Inhibitor. Hemmstoffe von Phosphodiesterase-Enzymen sind in den vergangenen Jahren immer breiter in der Medizin eingesetzt worden. Selektive Blocker gegen die Phosphodiesterase-3 können bei akuter Herzschwäche verwendet werden. PDE4-Hemmer können eine Therapie bei chronischen Lungenerkrankungen sein. Zu den PDE5-Blockern gehören "Viagra & Co.", solche Substanzen werden aber auch bei Lungenhochdruck eingesetzt.

Entzündungsfördernden Botenstoffe reduzieren

Zugelassen ist das neue Medikament vom Pharmakonzern Celgene zur Behandlung mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten, die auf eine andere systemische Therapie nicht angesprochen haben oder bei denen eine Gegenanzeige oder Intoleranz gegenüber anderen systemischen Therapien wie Cyclosporin, Methotrexat oder Psoralen und UVA-Licht (PUVA) vorliegt. Dies gilt auch für Patienten die zusätzlich auch an einer Psoriasis-Arthritis (chronische Gelenksentzündung) leiden.

Apremilast wirkt, indem es die Bildung von Entzündungs-fördernden Botenstoffen in Immunzellen reduziert. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen.

Georg Stingl, Leiter der Klinischen Abteilung für Immundermatologie und Infektiöse Hautkrankheiten an der MedUni Wien, erklärte dazu: "Die Therapie der Psoriasis ist derzeit einem großen Wandel unterworfen und wird aktiv beforscht. Durch die Zulassung von Apremilast wird den Ärzten und Betroffenen eine weitere Therapieoption zur Verfügung stehen." (APA, derStandard.at, 22.1.2015)

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