Telekom Austria legt 2014 für Beamte fast 50 Millionen zur Seite

22. Jänner 2015, 14:18
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Betriebsrat geht davon aus, dass die Rückstellungen zur Gänze wieder aufgelöst werden

Wien - Die Telekom Austria hat für 2014 wegen ihrer knapp 5.000 Beamten in Österreich fast 50 Mio. Euro zur Seite gelegt, wie die APA von einer mit der Sache vertrauten Person erfahren hat. Hintergrund ist ein EuGH-Urteil zum Beamtenstatus in Österreich. Die Telekom prüfe derzeit die Auswirkungen der Gesetzesreparatur, die am Mittwoch vom Nationalrat beschlossen wurde, erklärte ein Sprecher.

Der Betriebsratschef der Telekom, Walter Hotz, geht davon aus, dass die Rückstellungen zur Gänze wieder aufgelöst werden können und keine Mehrkosten für das Unternehmen entstehen. Die Telekom Austria hatte Ende November 2014 erklärt, dass ein Urteil der Luxemburger Richter zum Beamtenrecht zu Rückstellungen von 30 bis 40 Mio. Euro führen könnten. Zudem drohten jährlich 10 bis 15 Mio. Euro höhere Personalkosten, würde das Gesetz nicht repariert.

Die Telekom Austria plant die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr am 10. Februar 2015 nach Börsenschluss vorzulegen. Wegen einer 400 Mio. Euro schweren Abschreibung in Bulgarien wird die Bilanz für 2014 tiefrot ausfallen. Die Analystin der Erste Group, Vera Sutedja, rechnet mit einem Nettoverlust von 243,4 Mio. Euro. Nach drei Quartalen stand hier ein Minus von 190 Mio. Euro. Sie hat bei den Beamten Rückstellungen von 35 Mio. Euro berücksichtigt, diese sollten aber durch gesenkte Kosten im Österreich-Geschäft kompensiert werden.

Seit 2014 wird der teilstaatliche Ex-Monopolist vom mexikanischen Telekom-Konzern America Movil kontrolliert, hinter dem mit Carlos Slim einer der reichsten Männer der Welt steht. (APA, 22.1.2015)

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