Rotes Kreuz soll Mitarbeitern Geld schulden

22. Jänner 2015, 14:11
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Angeblich Summe von 1,7 Millionen Euro - Diskussionen seit Jahren - Frage von Betriebsvereinbarung - OGH-Urteil

Wien - Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) soll Mitarbeitern der Blutspendezentrale Geld in der Höhe von 1,7 Millionen Euro schulden. Das berichtete die "Wiener Zeitung" am Donnerstag. Das ÖRK dementierte das. Im Hintergrund geht es offenbar um eine Betriebsvereinbarung in Sachen Dienstzeiten.

Mitarbeiter des ÖRK hätten sich am Freitag in einem Schreiben an die Zeitung gewandt, hieß es in dem Bericht. Laut Betriebsratsvorsitzendem Michael Frenzel, der den Betrag nicht bestätigen konnte, sei Lohn für geleistete Mehr- und Überstunden falsch verrechnet, eine hohe Summe nicht ausbezahlt worden. Michael Opriesnig, stellvertretender ÖRK-Generalsekretär, verwies hingegen auf eine Betriebsvereinbarung, die bis 2006 "anstandslos funktioniert" hätte. Zentraler Punkt der Diskussionen ist offenbar die Durchrechnung von Arbeitszeiten.

Ein OGH-Urteil zugunsten einer Mitarbeiterin der Blutspendezentrale, die einen Fehlbetrag über zehn Jahre hinweg eingeklagt hatte, hat laut der "Wiener Zeitung" zur Zahlung "eines fünfstelligen Betrages" geführt. Es sei aber zu keiner Nachzahlung für andere betroffene Mitarbeiter gekommen. Barbara Teiber von der Gewerkschaft der Privatangestellten erklärte, die fragliche Betriebsvereinbarung sei wegen des OGH-Urteils "rechtsungültig". Man bereite etwa zehn Klagen in der Causa vor.

Das ÖRK will hingegen immer korrekt gehandelt haben. Man hätte nach dem OGH-Urteil die Durchrechnungspraxis umgestellt und 180 Mitarbeitern der Blutspendezentrale einen Vergleich angeboten. (APA, 22.1.2015)

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