Petition gegen Polens Oscar-Hoffnung "Ida"

22. Jänner 2015, 12:06
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Der Film schüre antipolnische Gefühle

Warschau - Gegen die polnische Oscar-Hoffnung "Ida" von Regisseur Pawel Pawlikowski gibt es in Polen Proteste. Eine nationalkonservative Stiftung hält den in Schwarz-Weiß gedrehten Film über eine junge Nonne in den 60er-Jahren, die kurz vor dem endgültigen Gelübde von ihrer jüdischen Herkunft erfährt, für antipolnisch.

"Ida" gilt als einer der größten Erfolge des polnischen Kinos seit Jahren: Mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet, in zwei Kategorien für den Oscar nominiert, von Kritikern mit Lob überhäuft. Doch mit einer Petition an das Polnische Institut für Filmkunst haben schon mehr als 20.000 Menschen eine Nachbesserung gefordert. Andernfalls könnten Zuschauer in westlichen Ländern fälschlicherweise den Eindruck gewinnen, dass Polen für die Verbrechen an Juden im Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen seien. Denn die Eltern der jungen Nonne werden im Film während der deutschen Besatzung von einem polnischen Nachbarn getötet. Von den Deutschen sei aber mit keinem Wort die Rede, kritisieren die Unterzeichner der Petition.

Der Historiker Marcin Zaremba konnte dagegen in einem am Donnerstag in der "Gazeta Wyborcza" erschienenen Artikel diese Kritik nicht nachvollziehen: In dem Film gehe es um die Suche nach Identität, nicht darum, jemanden anzuklagen. (APA, 22.1.2015)

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