Blatter-Gegner Champagne: "Anti-Blatter-Haltung ist demagogisch"

21. Jänner 2015, 18:40
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FIFA-Präsidentschaftskandidat möchte Finanzen transparenter machen und besser verteilen

Brüssel - Europa-Abgeordnete wollen den politischen Druck auf den Fußball-Weltverband erhöhen. Unter dem Motto "New FIFA Now" schlossen sich am Mittwoch in Brüssel Politiker mehrerer Fraktionen zusammen. "Die nächsten FIFA-Wahlen müssen der Startpunkt für echte Transparenz bei Entscheidungsfindungen und Finanzgeschäften in der Organisation sein", erklärte der sozialistische EU-Abgeordnete Marc Tarabella.

Ziel des Bündnisses sei es, Spieler, Führungskräfte, Fans und Politiker zusammenzubringen, um Reformmöglichkeiten auszuloten. FIFA-Präsidentschaftskandidat Jerome Champagne warnte indes vor zu viel Kritik am Weltverband und Amtshinhaber Joseph Blatter. "Eine Anti-Blatter-Haltung ist demagogisch, weil nicht eine einzelne Person die Verantwortung hat. Es ist eine gemeinsame Verantwortung", sagte der Franzose beim Besuch der FIFA-Kritiker im Europa-Parlament.

Champagne kündigte für den Fall seiner Wahl an, sein eigenes Gehalt und die Einkommen von Funktionären offenzulegen. "Ich bin ein Kandidat, weil ich die FIFA verändern will", sagte er. Ein weiteres Anliegen sei ihm, den Wohlstand im Verband besser auf die 209 Mitgliedsverbände zu verteilen.

"Die FIFA besitzt den Fußball nicht"

Der Ex-Präsident des chilenischen Fußball-Verbandes, Harold Mayne-Nicholls, forderte gleiche Turniere für Männer und Frauen. Weiter plädierte der Chilene für eine begrenzte Amtszeit. "Die FIFA besitzt den Fußball nicht", betonte er. Man brauche aber einen starken Weltverband, um das Spiel zu schützen. Es gehe darum, das Vertrauen der Milliarden Fans weltweit wiederzugewinnen. Eine Kandidatur hielt sich Mayne-Nicholls weiter offen.

Die Bewerbungsfrist für die Gegenkandidaten von FIFA-Präsident Joseph Blatter läuft bis zum 29. Jänner. Neben Champagne, der nicht als ernsthafter Anwärter gilt, kandidiert der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein. Die Bewerber müssen die Unterstützung von fünf nationalen Fußballverbänden nachweisen. Die Präsidentenwahl soll am 29. Mai stattfinden. Der dann 79-jährige Blatter strebt eine fünfte Amtszeit an. (APA, 21.1.2015)

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