Arbeitsbedingungen bei Samsung in der Kritik

21. Jänner 2015, 16:46
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Organisation Südwind nominiert das Unternehmen für den "Schandfleck des Jahres"

Wien - Das Technologieunternehmen Samsung wurde für einen Preis nominiert: den Schmähpreis "Schandfleck des Jahres" im Rahmen der Kampagne "Clean IT" der entwicklungspolitischen Organisation Südwind.

Der Grund für die drohende Schmähung: Immer wieder komme es zu schweren Arbeitsunfällen und Gesundheitsschädigungen in koreanischen Samsung-Werken, aber auch in der Zulieferkette des Unternehmens.

Todesopfer

Die Vorfälle werden von Südwind und ihren Partnerorganisationen seit Jahren beobachtet. So trat laut Südwind etwa im Jänner 2013 in einer Fabrik des Samsung-Werkes in Hwaseong Fluorwasserstoff aus - fünf Leiharbeiterinnen wurden verletzt ins Spital gebracht. Im Mai 2013 trat im selben Werk wieder Fluorwasserstoff aus - drei Arbeiterinnen wurden verletzt. Im März 2014 trat in einer Samsung-Fabrik in Seoul Kohlendioxid aus - ein Arbeiter starb.

Nicht nur das: Partnerorganisationen wie Danwatch, AMRC und Sarps berichten überdies über Häufungen von Leukämie, Multipler Sklerose und Aplastischer Anämie bei den Beschäftigten in Samsung-Werken. "Trotz vieler gut dokumentierter Fälle ist es schwierig, Entschädigungszahlungen zu erwirken", kritisiert Andrea Ben Lassoued von der Südwind-Kampagne "Clean-IT".

Versprochene Entschädigungen

Im Mai 2014 veröffentlichte Samsung eine Stellungnahme, in der sich das Unternehmen bei den Opfern "mutmaßlicher Betriebsunfälle" entschuldigte und eine Entschädigung versprach. Vergangenen Freitag hatte Samsung Entschädigungszahlungen angekündigt, bestritt jedoch einen direkten Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und den Erkrankungen. Südwind fordert das Unternehmen daher auf, umgehend Maßnahmen für die Sicherheit der Mitarbeiter zu ergreifen.

Weitere Nominierte für den "Schadfleck" sind: Ikea, Jean-Claude Juncker, Plachutta, Die Eterna GmbH sowie Henry am Zug. (frei, DER STANDARD, 22.1.2015)

  • Samsung-Produkte sind ausgesprochen beliebt - Südwind kritisiert die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden, scharf.
    foto: der standard/pichler

    Samsung-Produkte sind ausgesprochen beliebt - Südwind kritisiert die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden, scharf.

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