Sex mit Gefangenen: Anklage gegen Wiener Justizwachebeamten

21. Jänner 2015, 15:20
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40-jähriger Revierinspektor soll mit zwei weiblichen Gefangenen verkehrt haben - Drei Jahre Haftandrohung

Wien - Ein Justizwachebeamter muss sich vor Gericht verantworten, weil es in der Justizanstalt Wien-Josefstadt zwischen ihm und Insassinnen zu sexuellen Handlungen gekommen sein soll. Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen den 40-jährigen Revierinspektor Anklage wegen Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses erhoben. Behördensprecher Thomas Vecsey bestätigte am Mittwochnachmittag eine Meldung, die der "Falter" über Twitter verbreitet hatte.

Die Vollzugsdirektion hat den Justizwachebeamten nach Einbringen des Strafantrags unverzüglich außer Dienst gestellt. "Er wurde von uns vorläufig vom Dienst suspendiert. Die Suspendierung ist mittlerweile bestätigt", sagte der Leiter der Vollzugsdirektion, Peter Prechtl.

Der Justizwachebeamte soll laut Strafantrag unter Ausnützung seiner Stellung mit zwei weiblichen Gefangenen Sex gehabt haben. Von der einen soll er sich oral befriedigen haben lassen, mit der zweiten soll es zu vaginalem Geschlechtsverkehr gekommen sein. Die Vorfälle sollen sich im Sommer beziehungsweise im Dezember 2012 ereignet haben.

Verhandlung am 20. Februar

Der Beamte soll laut Staatsanwaltschaft die weiblichen Häftlinge nicht gegen ihren ausdrücklichen Willen mit Gewalt oder Drohungen zu den sexuellen Handlungen genötigt haben. Daher wurde er nicht wegen geschlechtlicher Nötigung oder Vergewaltigung zur Anklage gebracht.

Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass er als Beamter die Frauen unter Ausnützung seiner Stellung missbraucht hat. Damit wäre Paragraf 212 Absatz 2 Ziffer 1 Strafgesetzbuch erfüllt. Für den Mann gilt die Unschuldsvermutung. Im Fall eines entsprechenden Schuldspruchs drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

Der Strafantrag wurde bereits im November beim Straflandesgericht eingebracht, das Verfahren findet am 20. Februar statt. (APA, red, 21.1.2015)

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