Suhrkamp AG gegründet: Berkewicz wechselt in den Aufsichtsrat

21. Jänner 2015, 16:45
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Wella-Erben steigen bei Verlag ein - Unseld-Witwe wechselt in Aufsichtsrat - Mitgeschäftsführer Landgrebe künftig Alleinvorstand

Berlin/Darmstadt - Der jahrelange Machtkampf um den Suhrkamp-Verlag ist vorerst beendet. Wie das traditionsreiche Haus am Mittwoch mitteilte, wurde der Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Damit verliert der Minderheitsgesellschafter Hans Barlach weitgehende Mitspracherechte.

Zugleich kündigte Verlegerin Ulla Unseld-Berkewicz an, sich in den kommenden Monaten aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen und in den Aufsichtsrat zu wechseln. Als neuer Aktionär steigt die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher, bekannt durch die 2003 an Procter&Gamble verkauften Haarpflegeprodukte der Marke Wella, mit ein.

Die Höhe der Beteiligung wurde nicht genannt. Die Ströhers und die Familienstiftung von Unseld-Berkewicz halten aber gemeinsam eine Mehrheit. "In diesem Bündnis verfügt die Familienstiftung über die Stimmrechtsmehrheit und kann so auch fortan die Geschicke des Verlags lenken", hieß es in der Mitteilung.

Neue Geschäftsleitung

Alleiniger Vorstand wird der bisherige Mitgeschäftsführer Jonathan Landgrebe (37). Ihm wird ein neues Geschäftsleitungsgremium mit Cheflektor Raimund Fellinger, Unternehmenssprecherin Tanja Postpischil und dem Kaufmännischen Leiter Gerhard Schneider zur Seite gestellt.

Die Wella-Erbin Sylvia Ströher soll zusammen mit Unseld-Berkewicz und einer dritten Person den Aufsichtsrat bilden. In der gemeinsamen Mitteilung schrieb sie: "Wir freuen uns sehr, nach den Jahren des Bangens mit dem Verlag, nun dazu beizutragen, diesen Verlag als unabhängige Instanz der Literatur und der Geisteswissenschaften zu erhalten." Die Beteiligung sei mit keiner Dividendenerwartung verbunden. Schon als im August 2013 ein Insolvenzverfahren für Suhrkamp eingeleitet wurde, erklärte sich die Unternehmerfamilie dazu bereit, offene Autorenhonorare zu bezahlen.

Bisher hielt Unseld-Berkewicz, die Witwe von Firmenpatriarch Siegfried Unseld, 61 Prozent am Unternehmen, Barlach hatte 39 Prozent. Beider Anteile sinken jetzt entsprechend der Höhe der Ströher-Beteiligung.

Mitwirkungsrechte Barlachs entfallen

Zudem hatte Barlach in der bisherigen Kommanditgesellschaft vertraglich zugesicherte Mitwirkungsrechte, die nun entfallen. Der Hamburger Medienunternehmer war 2006/2007 gegen den Willen der Verlegerin bei Suhrkamp eingestiegen. Beide hatten sich seither gegenseitig mit einer unüberschaubaren Zahl an Prozessen überzogen. (APA, 21.1.2015)

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