NSA-Enthüllungen: "Bild" attackiert "Spiegel" wegen Autoren 

21. Jänner 2015, 14:18
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Mitarbeiter wie Jacob Appelbaum seien keine unabhängige Journalisten

Vor rund einem Jahr wurde in deutschsprachigen Medien eifrig diskutiert, ob Journalisten auch Aktivisten sein können. Am Dienstag griff das deutsche Boulevardblatt "Bild" das Thema erneut auf und griff den Spiegel in einem Artikel an. Der Vorwurf: Autoren, die über die im Spiegel über NSA-Überwachung schreiben, seien keine unabhängige Journalisten, sondern eben Aktivisten - und der Spiegel lege dies nicht offen.

" Freiheit des Internet"

Als Beleg dafür wird Jacob Appelbaum genannt, der "NSA-Mitarbeiter als motherfuckers" beschimpft haben soll und sein Geld mit Büchern über "die Freiheit des Internet" verdient. Allerdings wird nicht erwähnt, dass Appelbaum für seine journalistische Arbeit bereits mit dem renommierten Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet wurde.

Auch die Mitarbeit von Andy Müller-Maguhn, der seit Jahren im Chaos Computer Clubs (CCC) aktiv ist, sieht das Boulevardblatt kritisch, da er auch als "Berater für IT-Sicherheit" tätig ist.

Wüst antisemitische und anti-israelische Karikaturen

Dem Snowden-Vertrauten und ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Journalisten Glenn Greenwald wirf "Bild" vor, "wüst antisemitische und anti-israelische Karikaturen zu veröffentlichen."

Kompetente Leute

In einer Stellungnahme betont der Spiegel, dass diese Mitarbeiter "kompetente Leute sind, und gerade bei einem komplizierten Thema wie den internen NSA-Dokumenten zur elektronischen Überwachung im Internet ist der Sachverstand von Experten wichtig." Auch habe man die "Mitarbeiter teilweise schon im Heft porträtiert". Neben Appelbaum und Müller-Maguhn arbeitete auch Dokumentarfilmerin Laura Poitras an dem Artikel mit. Thema: Wie sich NSA auf digitale Kriege vorbereitet. Poitras' Snowden-Film "Citizenfour" wurde gerade für einen Oscar nominiert. (sum, 21.1. 2015)

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    foto: webstandard

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