Pegida-Chef tritt nach Skandal um "Hitler-Fotos" zurück

22. Jänner 2015, 10:33
1253 Postings

Die Dresdner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lutz Bachmann wegen Volksverhetzung - Bachmann entschuldigt sich für Postings

Dresden - Der deutsche Pegida-Chef Lutz Bachmann tritt nach der Veröffentlichung von Fotos mit "Hitlerbärtchen" und dem Bekanntwerden hetzerischer Postings gegen Ausländer von seinen Funktionen bei der Organisation zurück. Das bestätigte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel am Mittwoch.

Zuvor war Unmut in der Führung der ausländerfeindlichen Bewegung laut geworden. Der Vorfall müsse Konsequenzen haben, sagte Rene Jahn am Mittwoch der Onlineausgabe der "Bild"-Zeitung. "Mit so etwas will ich nichts zu tun haben." Jahn ist Vorstandsmitglied des Pegida-Vereins, Bachmann war dessen Vorsitzender. "Es geht hier um die gesamte Bewegung und nicht nur um eine Person", sagte Jahn.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Druck auf Bachmann stieg im Tagesverlauf zudem, weil die Dresdner Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der Volksverhetzung gegen ihn einleitete. Auslöser waren Presseberichte über Facebook-Einträge und Kommentare von Bachmann, in denen dieser Flüchtlinge und Asylwerber beschimpft und beleidigt haben soll, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Den selbsternannten "Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) war immer wieder vorgeworfen worden, Ängste und Ressentiments gegen Ausländer zu schüren. Pegida hat das stets bestritten.

Während die Authentizität der Postings noch unklar ist, bestätigte Bachmann in der "Bild" die Echtheit des "Hitler-Fotos" und sprach von einem Scherz. Derzeit steht er unter Polizeischutz. Seinen eigenen Rücktritt begründete Bachmann allerdings mit seinen Postings, in denen er Ausländer als "Viehzeug" und "Dreckspack" bezeichnet hat.

Entschuldigung für Postings

"Ich entschuldige mich aufrichtig bei allen Bürgern, die sich von meinen Postings angegriffen fühlen", erklärte Bachmann. "Es waren unüberlegte Äußerungen, die ich so heute nicht mehr tätigen würde." Dass Bachmann den Rückhalt innerhalb der Pegida-Führung verlor, lag offenbar an diesen Äußerungen und nicht an den Fotos in Hitler-Pose. Das "Hitler-Selfie" sei Satire gewesen, die jedem Bürger freistehe, erklärte Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel. "Die pauschale Beleidigung fremder Menschen allerdings nicht mehr." (APA, 21.1.2015)

  • Pegida-Chef Lutz Bachmann bei einer Pressekonferenz am Montag.
    foto: epa/arno burgi

    Pegida-Chef Lutz Bachmann bei einer Pressekonferenz am Montag.

  • Deutsche Titelblätter am Mittwoch.
    foto: apa/epa/brandt

    Deutsche Titelblätter am Mittwoch.

Share if you care.