Bisher unbekanntes Manuskript Alan Turings gelangt zur Versteigerung

21. Jänner 2015, 12:58
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New Yorker Auktionshaus spricht vom vielleicht "einzigen umfassenden" handschriftlichen Konzept Turings

New York - Ein bisher unbekanntes Manuskript des britischen Mathematikers und Kryptoanalytikers Alan Turing soll im April in New York versteigert werden. Das Auktionshaus Bonhams erklärte am Dienstag, es erwarte einen Betrag in Höhe von mindestens einer Million Dollar (umgerechnet etwa 865.000 Euro) für das 56-seitige Manuskript.

Es handle sich dabei höchstwahrscheinlich um das wohl "einzige umfassende" handschriftliche Konzept des britischen Mathematikers, das noch existiere. Die Notizen Turings beschäftigten sich mit Grundlagen der Mathematik und der Computerwissenschaft und böten einen Einblick in den "Denkprozess eines Genies", erklärte das Auktionshaus. Gefunden wurde das bislang unbekannte Manuskript im Nachlass des britischen Mathematikers Robin Gandy, einem Weggefährten und Freund von Turing. Die Versteigerung findet am 13. April statt.

Zu späte "Begnadigung"

Turing entschlüsselte im Zweiten Weltkrieg für die britische Armee Codes der Nazis und trug damit dazu bei, das Ende des Krieges zu beschleunigen. Anstatt Anerkennung zu erhalten, wurde ihm jedoch der Prozess gemacht: 1952 wurde Turing wegen Homosexualität verurteilt, was damals in Großbritannien noch als Verbrechen und Krankheit galt. Er wurde chemisch kastriert und erkrankte infolge der "Behandlung" an einer Depression. Zwei Jahre später nahm sich Turing im Alter von 41 Jahren das Leben.

Erst im Jahr 2013 wurde er posthum von Queen Elizabeth II. begnadigt. Zuvor hatten tausende Briten in einer Petition verlangt, dass sich die britische Regierung für ihr Verhalten gegenüber Turing entschuldigen müsse.

Turings Leben ist Gegenstand der Filmbiographie "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben". Der Thriller mit Benedict Cumberbatch in der Rolle von Turing läuft derzeit in den Kinos und ist in acht Kategorien für den Oscar nominiert. (APA/red, derStandard.at, 21. 1. 2015)


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Bonhams

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